Langfristige Entscheidungen mit starken Auswirkungen
Long-term high impact decisions (SLOTH)
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (20%); Psychologie (60%); Wirtschaftswissenschaften (20%)
Keywords
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Decision-Making,
Climate Change,
Temporal Discounting,
Forest-Based Value Chains,
Long-Term Decisions
Wenn Menschen Entscheidungen treffen, sind diese oft auf kurzfristigen Nutzen ausgerichtet und vernachlässigen langfristige Folgen. Die Gegenwart wirkt relevanter und wertvoller als die Zukunft. Mit kurzfristigem Zeithorizont gewinnen Schokolade, Junk Food, Trash-TV und soziale Medien gegen gesunde Ernährung, Filmklassiker und Buchlesen; die guten Vorsätze bleiben in der Zukunft. Die Logik vieler alltäglichen Entscheidungen scheint zu lauten: Angenehmes jetzt, Anstrengung später. Bei komplexen Herausforderungen wie dem menschgemachten Klimawandel ist ein solcher Entscheidungsansatz nicht hilfreich. Zukünftige Klimawandelfolgen sind schwer greifbar, fühlen sich weit weg an, und haben daher wenig Einfluss auf (Konsum)verhalten. Allerdings müssen bereits in der Gegenwart Maßnahmen ergriffen werden, um katastrophale Folgen in der Zukunft zu vermeiden. Die Logik lautet in diesem Fall: Anstrengung jetzt, Nutzen später und das widerspricht der menschlichen Tendenz zu kurzfristigen Zeithorizonten. In bestimmten Situationen sind Menschen jedoch gut in der Lage, unter Berücksichtigung langfristiger Zeithorizonte zu denken und zu handeln. Ein Beispiel sind private Waldbesitzer: Die Entscheidung, Bäume zu pflanzen, wirkt sich erst mit Zeitverzögerung aus. Wie diese Bäume zu ihrer vollen Größe heranwachsen (und erntereif werden), sehen erst die nachkommenden Generationen. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie Entscheidungen mit langfristigem Zeithorizont getroffen werden und welche Faktoren solche Entscheidungen beeinflussen. Erforscht wird das anhand verschiedener Gruppen. Neben den bereits genannten privaten Waldbesitzern bieten auch Häuslbauer eine interessante Fallstudie. Beide Gruppen sind mit langfristig wirkenden Entscheidungen konfrontiert, aber auch mit neuen Herausforderungen im Hinblick auf den Klimawandel. Holzbasierte Alternativen können beispielsweise fossil basierte Materialien ersetzen, während Wälder zunehmend durch klimabedingte Störungen bedroht sind; Bauherren sind gefordert, die Energieeffizienz ihrer Gebäude zu verbessern und emissionsarme Materialien zu verbauen, und gleichzeitig Extremwetterereignisse im Blick zu haben. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf Entscheidungssituationen mit einem langen Zeithorizont und fokussiert dabei auf Entscheidungssituationen mit starken Potentialen für die Abschwächung des Klimawandels sowie Anpassungen daran. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie langfristiges Denken besser in menschliches Entscheidungsverhalten integriert werden kann. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt von Forschungseinrichtungen in Österreich und Slowenien. Ana Slavec leitet das Forschungsteam am Innorenew CoE (SLO); Thomas Brudermann leitet das Forschungsteam an der Universität Graz (AT).
- Universität Graz - 100%
- Ana Slavec, InnoRenew CoE - Slowenien