Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
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Clonal hematopoiesis,
Lung Cancer,
Pancreatic Carcinoma,
Combined Therapy,
Inflammation,
LSD1
Warum bekommen manche Menschen eher Krebs als andere? Eine mögliche Antwort liegt im Blut: Mit zunehmendem Alter sammeln sich in den blutbildenden Stammzellen des Körpers Veränderungen im Erbgut an. Diese Veränderungen führen dazu, dass bestimmte Gruppen von Blutzellen übermäßig wachsen ohne dass sich daraus sofort eine Blutkrebserkrankung entwickelt. Fachleute nennen dieses Phänomen klonale Hämatopoese von unbestimmtem Potential, abgekürzt CHIP. Neueste Studien zeigen, dass CHIP das Risiko für andere Krebserkrankungen, zum Beispiel Lungenkrebs, erhöhen könnte. Die genaue Ursache dafür ist noch unklar. Wir vermuten, dass bestimmte Blutzellen bei Menschen mit CHIP vermehrt entzündungsfördernde Stoffe ausschütten, wodurch das Wachstum von Tumoren begünstigt oder die Wirksamkeit von Krebsbehandlungen verringert werden kann. In unserem Forschungsprojekt wollen wir herausfinden, wie genau CHIP das Wachstum von Lungenkrebs beeinflusst. Dafür verwenden wir speziell entwickelte Mausmodelle für Lungenkrebs. Mit Hilfe der modernen CRISPR-Cas9-Technologie können wir gezielt genetische Veränderungen einführen und so die Entstehung von Lungenkrebs untersuchen. Um diese Zusammenhänge auch im menschlichen Organismus nachvollziehen zu können, analysieren wir Gewebeproben von Lungenkrebs-Patient:innen. Dadurch gelingt es uns, unsere Forschung so realitätsnah wie möglich auszurichten. Zusätzlich testen wir neue Therapieansätze, die gezielt die durch CHIP verursachten Entzündungen oder Veränderungen im Immunsystem abschwächen sollen. Unser Forschungsansatz eröffnet neue Blickwinkel auf die Entstehung und Behandlung von Krebs. Dabei wollen wir nicht nur den Tumor selbst betrachten, sondern auch die Rolle der duch CHIP veränderten Blutzellen. Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie diese Zellen das Tumorwachstum und die Tumorumgebung beeinflussen, sowie neue Marker finden, die vorhersagen können, welche Patient:innen besonders von gezielten Therapien profitieren könnten. Langfristig könnten unsereForschungsergebnissezuvöllig neuen Behandlungsansätzen führen. Zusätzlich zur Tumortherapie könnten Ärztinnen und Ärzte künftig auch gezielt die schädlichen CHIP-Blutveränderungen behandeln, bestehende Therapien effektiver machen und dadurch die Überlebenschancen von Lungenkrebs-Patient:innen deutlich verbessern.