Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (70%); Politikwissenschaften (20%); Wirtschaftswissenschaften (10%)
Keywords
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Colonialism,
Austria,
Hungary,
Interwar Period,
Post-Imperialism,
Global South
Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Beziehungen Österreichs und Ungarns zur außereuropäischen Welt in der Zwischenkriegszeit. Die Beziehungen Österreichs und Ungarns zu Afrika, Asien und Lateinamerika zwischen 1918 und 1939 sind im Gegensatz zu den Perioden vor 1918 und dem Kalten Krieg ein weitgehend unerforschtes Thema. Darüber hinaus wurde die Neupositionierung Österreichs und Ungarns als postimperiale Räume selten mit der allgemeinen Krise des Imperialismus und der Neuordnung der internationalen Ordnung nach dem Ersten Weltkrieg in Verbindung gebracht. Ausgehend von einem akteurszentrierten und transnationalen Ansatz konzentriert sich das Projekt auf die Rolle von politischen Lobbygruppen sowie Industrie- und Handelsnetzwerken in den internationalen Beziehungen beider Länder. Es untersucht auch die Rolle von kolonialem Denken und rassistischen Stereotypen in diesen Beziehungen. Gemeinsame ("joint") Forschung, die in der Praxis auf grenzüberschreitenden Fallstudien und ergänzenden Archivquellen basiert, wird uns helfen, mehr über die Zirkulation von Ideen zwischen den beiden Ländern zu erfahren und ihre Verflechtung über die neuen Staatsgrenzen nach 1918 hinweg besser zu verstehen. Generell wird das Projekt zu einem besseren Verständnis der post- imperialen Geschichte Österreichs und Ungarns im Besonderen führen und die Debatten über den Postimperialismus der Zwischenkriegszeit im Allgemeinen bereichern. Das österreichische Team wird von Lucile Dreidemy geleitet. Sie ist Expertin für österreichische politische Geschichte und die Beziehungen Österreichs zum globalen Süden seit 1918. Das ungarische Team wird von Péter Apor geleitet. Er ist Spezialist für die Beziehungen Mittel- und Osteuropas mit dem globalen Süden und hat zu methodologischen und theoretischen Debatten über die Anwendung der vergleichenden und transnationalen Geschichte in dieser Region beigetragen.
- Universität Wien - 100%