Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%); Medizinische Biotechnologie (30%)
Keywords
STAC3,
Gene therapy,
Excitation-Contraction Coupling,
Myopathy
Abstract
Die Kopplung von Erregung und Kontraktion (EC) der Skelettmuskulatur ist ein grundlegender Prozess in
der Muskelphysiologie, bei dem ein elektrisches Signal, das Aktionspotential im Motorneuron, in eine
mechanische Reaktion, die Muskelkontraktion, umgewandelt wird. Proteinkomplexe, sogenannte
spannungsgesteuerte Calciumkanäle, die aus dem porenbildenden CaV1.1 und zusätzlichen CaV-
Hilfsuntereinheiten bestehen, vermitteln diesen Signalübertragungsprozess, indem sie das elektrische
Signal erfassen und die Öffnung von Calciumfreisetzungskanälen (Ryanodinrezeptoren; RyR1) in einem
intrazellulären Kompartiment, dem sarkoplasmatischen Retikulum, physisch aktivieren. Das
Adapterprotein STAC3 ist für diesen Prozess unerlässlich und das Ziel von Mutationen, die die STAC3-
Störung verursachen, eine seltene rezessiv vererbte angeborene Myopathie, für die es keine Heilung oder
Behandlung gibt. Die STAC3-Störung ist durch schwere Muskelschwäche und Anfälligkeit für maligne
Hyperthermie (MH) gekennzeichnet. MH ist eine Erkrankung, die durch eine hypermetabolische Reaktion
bei Verabreichung flüchtiger Anästhetika gekennzeichnet ist und unbehandelt tödlich sein kann. Es ist
typischerweise mit Mutationen in RyR1 verbunden, was darauf hindeutet, dass STAC3 Teil eines größeren
Komplexes ist. MH bei STAC3-Störung weist jedoch einige unkonventionelle Merkmale auf. In diesem
Forschungsstipendium schlagen wir vor, das Potenzial der STAC3-Gentherapie zur Umkehrung der
Myopathiesymptome zu untersuchen und die molekulare Grundlage der Anfälligkeit für maligne
Hyperthermie zu erforschen. Die Ergebnisse werden nicht nur die Grundlage für die Etablierung einer
Gentherapie beim Menschen bilden, sondern auch unser Verständnis nicht nur der Pathophysiologie von
MHS, sondern auch der normalen STAC3-Funktion verbessern.