OBELIX-NEPHROSE: B Zell Depletion in therapie-naiver MCD
OBELIX-NEPHROSIS: B CELL DEPLETION IN THERAPY-NAÏVE MCD
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Minimal change disease,
Nephrotic syndrome,
B cell depletion,
Treatment,
Relapse,
Remission
Therapiemöglichkeiten von seltenen Nierenerkrankungen haben sich im letzten Jahrzehnt dramatisch verbessert. Während dies für die meisten solcher Erkrankungen gilt, gibt es für einige kaum Fortschritte und vor allem wenig Interesse der pharmazeutischen Industrie dies zu ändern. Zuletzt wurden Antikörper im Blut von Patient:innen mit einer seltenen Nierenerkrankung namens Minimal Change Disease (MCD) entdeckt. Bei der MCD findet man in der Nierenbiopsie mittels einer Standarduntersuchung keine wesentlichen Auffälligkeiten, deshalb wird sie auch als Erkrankung mit Minimalveränderungen bezeichnet. Die Diagnose wird mittels einer speziellen pathologischen Untersuchung, der so genannten Elektronenmikroskopie, zusammen mit eindeutigen klinischen Symptomen gestellt. Die krankheitsverursachenden Antikörper sind gegen Proteine gerichtet, die den Nierenfilter zusammenhalten. Eine Unterdrückung dieser Antikörper ist mit einem Therapieansprechen vergesellschaftet. Solche Therapien werden aktuell durch Forschende in England und Frankreich untersucht. Allerdings gibt es in der Zwischenzeit neue Entwicklungen und vermutlich bessere Therapieoptionen. OBELIX-NEPHROSE hat zum Ziel eine neuere Therapieoption, Obinutuzumab, gegen die etablierte Therapie mit Glukokortikoiden zu vergleichen. Obinutuzumab ist ein Immunsuppressivum, welches zu einer Unterdrückung der B-Zellen führt. Diese Zellen sind für das immunologische Gedächtnis (z.B. nach einer Impfung) zuständig und sind auch bei der Produktion der pathologischen Antikörper, die eine MCD auslösen, beteiligt. Obinutuzumab hat in der Autoimmunität eine größere Effektivität als die ältere Substanz Rituximab. Unsere Studie untersucht, ob Obinutuzumab einen positiven Effekt auf den Langzeitverlauf dieser Erkrankung hat und das Risiko von Rezidiven substanziell reduziert. Zusammen mit unseren Partnern in Frankreich (Paris und Nizza), Deutschland (Hamburg) und Italien (Rom) werden wir diverse experimentelle Untersuchungen durchführen, welche einerseits eine bessere Charakterisierung der Erkrankung zulassen wird und andererseits auch Aussagen zum Therapieansprechen sowie Langzeitverlauf ermöglichen werden. Solche Untersuchungen sind zwingend notwendig, um im Verlauf das Risiko von Rezidiven zu minimieren und dadurch die Exposition gegenüber wiederholter Immunsuppression zu reduzieren. Letzteres hat verschiedene Risiken, u.a. Infektionsrisiko sowie auch reduziertes Ansprechen auf Impfungen, zur Folge.
- Balazs Odler, Medizinische Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Anne-Margrethe Krogsdam-Christensen, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Zlatko Trajanoski, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Marcus D. Säemann, Sigmund Freud Priv. Univ. , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Tobias Huber, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Deutschland
- Vincent Audard, Hôpital Henri Mondor - Frankreich
- Barbara Seitz-Polski - Frankreich
- Marina Vivarelli - Italien