Kombination einer auf YB-1 basierenden Virotherapie
YB-1 based virotherapy
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (50%)
Keywords
-
YB-1,
CDK4/6,
Palbociclib,
P-TEFb,
HNSCC,
Therapie
Viele solide Tumore, darunter auch Ewing Sarkome und Kopf-Hals-Tumore, sind durch immunsuppressive Eigenschaften gekennzeichnet, welche die Anwendung von Immuntherapien in ihrer gegenwärtigen Form stark einschränken. Die onkolytische Virotherapie stellt eine neuartige Vorgehensweise in der Krebsbekämpfung dar und wird gegenwärtig, neben bereits erfolgten Zulassungen, im Rahmen klinischer Studien auf ihre Wirksamkeit untersucht. Unter onkolytischer Virotherapie versteht man den Einsatz gezielt modifizierter Viren, die sich ausschließlich in Tumorzellen vermehren können und diese dadurch abtöten. Das Abtöten der Tumorzellen reduziert nicht nur das lokale Tumorvolumen, sondern induziert auch systemische Antitumor-Effekte. Somit stellt die Virotherapie einen Lösungsansatz zur Überwindung des immunsuppressiven Charakters solider Tumore dar und eignet sich sehr gut als Kombinationspartner mit etablierten Therapien. In dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen Details zur Virusvermehrung und der induzierten Immunantwort in einem innovativen Therapieansatz untersucht werden. Für diesen wird das onkolytische Adenovirus XVir-N-31 mit zwei zielgerichteten Therapieoptionen kombiniert. Die eine Option, sogenannte CDK4/6 Inhibitoren, greift in den Zellzyklus ein und verhindert somit das Wachstum von Krebszellen. Die andere Option sind BET-Inhibitoren, die die Expression von Onkogenen verhindern. Beide Therapien induzieren eine immunologisch günstige Neuordnung solider Tumore als Monotherapien und verstärken den onkolytischen Effekt von XVir-N-31. Dadurch hat der innovative Therapieansatz das Potential die immunsuppressiven Hürden solider Tumore zu durchbrechen. Da beide Inhibitoren die Tumorzellen auf molekularem Level verändern, ist das Ziel dieses Projekts aufzuklären, welche Veränderungen zur Verstärkung des onkolytischen Potenzials von XVir-N-31 führen. Aufgrund bereits vorhandener Daten liegt der Fokus unserer Untersuchungen zum einen auf den immunologischen Aspekten in vivo und zum anderen auf der Regulation genereller Faktoren im Bereich der Genexpression. Die erzielten Ergebnisse sind für zukünftige translationale Forschungsvorhaben hochrelevant und werden neue Erkenntnisse über die Regulation adenoviraler Transkriptionsprogramme liefern. Da die therapeutische Wirkung onkolytischer Viren, wie XVir-N-31, hauptsächlich auf ihre immunstimulierenden Effekte zurückzuführen ist, sind wir fest davon überzeugt, dass dieser innovative Kombinationsansatz von hoher klinischer Relevanz ist.
- Sebastian Schober, Klinikum der Universität München - Deutschland