Gele durch Training umwandeln (TRAINGEL)
Transforming Gels Through Training (TRAINGEL)
Wissenschaftsdisziplinen
Nanotechnologie (20%); Physik, Astronomie (80%)
Keywords
-
Gels,
Colloids,
Rheology,
Structure,
Dynamics,
Simulations
Dieses Projekt erforscht neue Möglichkeiten, die Eigenschaften von Gels zu verändern weiche, geleeartige Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Lebensmitteln, Kosmetika und medizinischen Artikeln vorkommen. Normalerweise sind die Eigenschaften eines Gels festgelegt, sobald es hergestellt wurde. Wir glauben jedoch, dass wir diese Eigenschaften nach der Herstellung verändern können, indem wir sanfte Kräfte oder Vibrationen anwenden, ähnlich wie Muskeln durch Training gestärkt werden können. Unser Team kombiniert Fachwissen aus der Physik, Materialwissenschaft und Ingenieurwesen, um die Idee des Trainings von Gels zu untersuchen. Ziel ist es, ihre Eigenschaften zu verändern, sie stärker oder schwächer zu machen oder ihnen neue Fähigkeiten zu verleihen. Wir konzentrieren uns auf drei Hauptmethoden: das Anwenden mechanischer Kräfte (Dehnen oder Drücken), das Verändern der inneren Wechselwirkungen der Gelpartikel und den Einsatz von Schallwellen, um zu untersuchen, wie sich diese Ansätze auf die Struktur und das Verhalten verschiedener Gels auswirken. Um diese Forschung durchzuführen, werden wir fortschrittliche Mikroskope und andere Instrumente nutzen, um Veränderungen in den Gels auf mikroskopischer Ebene zu beobachten. Zusätzlich werden Computersimulationen uns dabei helfen, die physikalischen Prozesse hinter der Reaktion der Gels auf das Training besser zu verstehen. Wenn wir erfolgreich sind, könnte diese Arbeit die Art und Weise, wie wir über Gels denken, grundlegend verändern und es uns ermöglichen, anpassbare Materialien zu schaffen, deren Eigenschaften auch nach ihrer Herstellung verfeinert werden können. Die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In der Medizin könnten wir zum Beispiel Gels entwickeln, die Medikamente effektiver abgeben, oder Materialien, die das Wachstum von Gewebe unterstützen. In der weichen Robotik könnten Gels so gestaltet werden, dass sie ihre Form ändern oder auf Druck auf ausgeklügelte Weise reagieren. Auch in Alltagsprodukten könnten anpassbare Gels verwendet werden, sodass Hersteller mehr Kontrolle darüber haben, wie sich Materialien unter verschiedenen Bedingungen verhalten. Letztendlich könnte das Lernen, wie man Gels trainiert, zu intelligenteren und flexibleren Materialien in der Zukunft führen. Diese Forschung könnte neue Möglichkeiten in Bereichen wie Gesundheitswesen, Ingenieurwesen und Konsumgüter eröffnen. Indem wir die Fähigkeit erlangen, die Eigenschaften eines Materials nach seiner Herstellung anzupassen und zu verfeinern, könnten wir eine neue Grenze in der Materialwissenschaft erschließen und Innovation und Anpassungsfähigkeit in vielen Industrien fördern.
- Universität Wien - 100%
- Christos Likos, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Frédéric Pignon, Centre National de la Recherche Scientifique - Frankreich
- Stefano Aime, Ecole Superieure de Physique et Chimie Industrielles - Frankreich