Neue pathogene B-Zellen die Gewebeschäden bei MS verursachen
Novel pathogenic B cell subsets driving tissue damage in MS.
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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4BL B cells,
Multiple Sclerosis,
Experimental Autoimmune Encephalitis,
Pathogenicity,
Microglia activation,
T cell activation
B-Zellen sind spezifische Zellen des Immunsystems. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Inaktivierung von B-Zellen durch Anti-B-Zell-Behandlungen dazu beiträgt, den klinischen Zustand von Patienten mit der entzündlichen Gehirnkrankheit Multiple Sklerose (MS) zu verbessern. Dies bedeutet, dass B-Zellen eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der MS spielen, obwohl nicht genau klar ist, wie dies funktioniert. In MS-Gehirnen finden sich B-Zellen nicht nur im Blut, sondern auch in den Hirnhäuten, den Gewebeschichten, die das Gehirn bedecken und schützen. Bei MS-Patienten tragen Substanzen, die von diesen B-Zellen produziert werden, vermutlich zum Verlust der Myelinscheiden bei, die die Nervenzellfortsätze umgeben. Dieser Verlust der Myelinscheiden, auch Entmarkung genannt, ist ein typisches Zeichen für MS und führt zum Verlust der Nervenzellen, einem Prozess, der als Neurodegeneration bezeichnet wird. Insbesondere diese Entzündung und die Neurodegeneration in den äußeren Schichten des Gehirns werden mit zunehmendem Alter der MS-Patienten deutlicher, ein Prozess, der auch als Inflammaging bezeichnet wird. Wir glauben, dass bestimmte Gruppen von B- Zellen, die so genannten 4BL-B-Zellen und T-bet pos. B-Zellen eine besondere Rolle bei dieser Entzündung bei MS-Patienten spielen. Um zu beweisen, dass diese Zellen bei der Regulierung und Pathologie von MS eine wichtige Rolle spielen, werden wir untersuchen, ob und wo diese Zellen in MS- Gehirnen im Vergleich zu anderen Hirnerkrankungen zu finden sind. Wir werden auch den Phänotyp dieser Zellen im Blut und im Gehirn von MS-Patienten analysieren, d. h. wir werden feststellen, welche Moleküle diese Zellen verwenden, um mit anderen Zellen des Immunsystems zu kommunizieren, und wie diese Moleküle die pathologischen Prozesse beeinflussen, die zur klinischen Erkrankung führen. Außerdem werden wir ein Mausmodell der MS, die so genannte experimentelle Autoimmunenzephalitis, verwenden, um die Rolle dieser Zellen weiter zu untersuchen. Dabei wird untersucht, ob und wie sich die Entzündungsreaktion und die klinische Erkrankung bei diesen Tieren nach der Injektion dieser spezifischen Arten von B-Zellen verändert. Die Ergebnisse dieser Studien können zur Entwicklung neuer therapeutischer Strategien genutzt werden, insbesondere für ältere MS-Patienten mit chronischer MS.
- Romana Höftberger, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Simon Hametner, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in