Die Chobaniden von Kastamonu
The Chobanids of Kastamonu
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
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Medieval History,
Mongol Empire,
Medieval Anatolia,
Persian Manuscripts,
Kastamonu,
Seljuqs of Rum
Die Schlacht von Manzikert (1071 n. Chr.), in der die Seldschuken die Armeen des byzantinischen Reiches besiegten, war ein Wendepunkt in der Geschichte Anatoliens. Seitdem wurde dieses Gebiet zu einem Grenzgebiet zwischen Islam und Christentum und war Zeuge der Kolonisierung dieser zutiefst christlichen Gebiete durch leicht islamisierte Turkmenenstämme, die sich in der Region niederließen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte das Seldschuken- Sultanat von Rum mit seiner Hauptstadt Konya seine Macht in den meisten Teilen der Halbinsel gefestigt, war aber immer noch auf die Unterstützung lokaler turkmenischer Gruppen angewiesen, wenn es um die Kontrolle weiter entfernter Teile des Reiches ging. Einigen dieser Gruppen gelang es, sich als entscheidende politische, militärische und wirtschaftliche Akteure auf der Halbinsel zu etablieren, und sie spielten eine grundlegende Rolle im kulturellen Milieu eines Gebiets, das tiefgreifende soziale und religiöse Veränderungen durchlief. Dieses Buch bietet einen neuen Ansatz für die Geschichte einer dieser Regionen im mittelalterlichen Anatolien, indem es die politischen, religiösen und kulturellen Entwicklungen in der Region Kastamonu während der Herrschaft der Chobaniden-Dynastie (ca. 1211-1309) analysiert. 13. Jahrhundert konsolidierten die Chobaniden eine lokale Dynastie in Westanatolien - einem Grenzgebiet zwischen Islam und Christentum - und wurden zu kulturellen Akteuren, die die Produktion religiöser, wissenschaftlicher und administrativer Werke in persischer Sprache förderten. Obwohl diese Werke heute in Form von Manuskripten überliefert sind, haben sie in der modernen Geschichtsschreibung kaum Beachtung gefunden. Das vorliegende Buch schließt diese Forschungslücke, indem es eine detaillierte Untersuchung von Texten wenig bekannter Autoren aus dieser Zeit enthält. Das Buch untersucht die Beziehung zwischen dem Islam und der Chobaniden-Dynastie im Kontext des umfassenderen Prozesses der Islamisierung im mittelalterlichen Anatolien und stellt die Hypothese auf, dass die turkmenischen Dynastien eine grundlegende Rolle in diesem Prozess der Islamisierung und Akkulturation spielten. Während lokale Dynastien wie die Chobaniden von Kastamonu in den zeitgenössischen Geschichtschroniken oft wenig Beachtung finden, zeigt dieses Buch, dass es durch die Einbeziehung überlieferter Handschriften aus dieser Zeit in die historische Analyse möglich ist, die Kulturgeschichte einer Region zu rekonstruieren, die in den traditionellen Quellen sonst vernachlässigt wird. Die Chobaniden von Kastamonu: Politik, Mäzenatentum und Religion im Anatolien des 15. Jahrhunderts bietet somit eine eingehende Studie über eine lokale turkmenische Dynastie, die im mittelalterlichen Anatolien politische Autonomie, finanzielle Unabhängigkeit und kulturelles Mäzenatentum gegenüber den wichtigsten politischen Mächten der Zeit erlangte.