Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
Libretto,
Hapsburg Monarchy,
Baroque Opera,
Italian Literature,
Spiritual Music,
Austrian History
Abstract
Während des Barockzeitalters förderte die Dynastie Habsburg eine in Umfang und Qualität
außergewöhnliche Produktion von italienischen Libretti. Aus diesem Grund war Wien für beinahe zwei
Jahrhunderte ein führendes Zentrum für auf italienischen Texten basierende musikdramatische Werke:
drammi per musica und feste teatrali, aber auch Kantaten, oratori, serenate, rappresentazioni sacre und
Gattungen kleineren Umfangs wie prologhi, introduzioni a balletti u. ä. Librettisten aus ganz Italien
waren in Wien tätig und passten ihren Stil dem örtlichen poetischen und dramatischen Geschmack an,
wobei besonders die Funktion bedacht werden musste, die ihre Werke im kulturellen und politischen
Kontext Wiens erfüllen sollten.
Der vorliegende Band umfasst Studien zum italienischen Libretto am habsburgischen Hof im Barock,
die in Vorträgen bei einer internationalen Konferenz am Institut für Romanistik der Universität Wien
von 21. bis 23. Juni 2019 vorgestellt wurden, und hat das Ziel, weitere Fragestellungen anzuregen und
anzustoßen zu diesem für kulturwissenschaftliche Studien der Frühen Neuzeit hochinteressanten
Themengebiet.
Die 29 Beiträge dieses Bandes (auf Italienisch, Deutsch und Englisch) stammen aus der Feder einiger
der bekanntesten Forscherpersönlichkeiten ihres Fachs und konzentrieren sich auf die spezifischen
Eigenschaften verschiedener Textvorlagen für weltliche und geistliche Musik; sie zeigen gleichzeitig
auch die Vorherrschaft italienischer Texte im Musikbetrieb dieser Zeit, zunächst ausschließlich am
Kaiserhof und später in den öffentlichen Theatern und unterstreichen deren Rolle und Bedeutung in der
italienisch-österreichischen Geschichte der Musik.