Arthur Schnitzler: Der einsame Weg. Hist.-krit. Ausgabe
Arthur Schnitzler: Der einsame Weg. Hist.-krit. Ausgabe
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Arthur Schnitzler,
Der einsame Weg,
Historical-critical Edition,
Fin-De-Siècle-Literature,
Modern Drama
Die Einsamkeit alternder Junggesellen von denen einer versucht, seinen il- legitimen Sohn, der ahnungslos im Haus eines Anderen aufgewachsen ist, für sich zu gewinnen - bildet den thematischen Ausgangspunkt des fünfaktigen Schauspiels Der einsame Weg. Aus diesem Sujet entwickelte Schnitzler in mühevoller Arbeit, die sich etwa von Sommer 1900 bis Herbst 1903 ersteckte, ein Stück über die Schattenseiten sowohl vermeintlich freier Künstlerexistenzen als auch des bürgerlichen Lebens, das nur zum Preis von Betrug und Selbstbetrug zu haben ist. Bei der Uraufführung 1904 eher verhalten rezipiert, hat sich das Drama bis heute auf den Bühnen behaupten können. Die komplexe Nachlasssituation und Schnitzlers kaum leserliche Handschrift ließen eine editionsphilologisch fundierte Ausgabe seiner Texte lange ein Desidera- tum bleiben. Der einsame Weg wird nun als fünfzehnter Band der von Konstanze Fliedl herausgegebenen historisch-kritischen Ausgabe von Arthur Schnitzlers Frühwerk bei De Gruyter publiziert. Der FWF fördert diese Edition seit 2010 mitt- lerweile zum vierten Mal (P 22195, P 27138, P 30513, P 34081). Wie mehrere Bände zuvor wird auch Der einsame Weg sowohl gedruckt als auch digital open access er- scheinen und sichert somit die Verbreitung von Schnitzlers Werken in einer verlässli- chen Ausgabe. Die Edition rekonstruiert die komplexe, von Neuansätzen und Variationen ge- prägte Genese des Stücks. Dazu werden erstmals die gesamten überlieferten Ent- stehungsmaterialien ediert, wobei die über 400 handschriftlichen Blätter als Faksimi- les in Originalgröße abgebildet und mit einer diplomatischen Umschrift versehen, wiedergegeben werden. Der Band liefert außerdem einen edierten Lesetext auf Grundlage der Erstausgabe mit einem Variantenapparat. Zudem wird die Entste- hungs-, Uraufführungs- und Druckgeschichte anhand weiterer Quellen präsentiert. Untersucht werden dabei auch die oft behaupteten gemeinsamen Wurzeln von Der einsame Weg und der acht Jahre später erschienenen Komödie Professor Bernhardi. Auch ein Kommentar mit kulturhistorischen, sprachlichen, topo- und biographischen Hinweisen wird bereitgestellt.