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Klosterneuburger Traditionsbuch

Klosterneuburger Traditionsbuch

Karl Brunner (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1081
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 08.05.2024
  • Projektende 07.05.2027
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (75%); Rechtswissenschaften (25%)

Keywords

    Klosterneuburg, Stift Klosterneuburg, Traditionsbuch

Abstract

Das Klosterneuburger Traditionsbuch ist eine der bedeutendsten Quellen zur österreichischen Geschichte des Mittelalters. Die heute im Stiftsarchiv der Augustiner Chorherren verwahrte Handschrift enthält knapp über 800 Aufzeichnungen von Rechtsgeschäften des Stiftes, die von der Gründung durch den Babenberger Leopold III. und seine Gattin Agnes am Beginn des 12. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts reichen. In ungefähr der Hälfte der Notizen kommt das Verbum tradere, übergeben, schenken, vor. Daher heißen solche Werke zumeist Traditionsbücher, also Schenkungsbücher. Als Motiv für eine Schenkung wird meist die Sorge um das Seelenheil angegeben. Ein paarmal ist ausdrücklich von der Todesnähe des Schenkers oder der Schenkerin die Rede. Man kann aber auch immer wieder mehr oder weniger deutlich erkennen, dass in der Notiz oft nur ein kleiner Teil von vorangegangenen rechtlichen und wirtschaftlichen Verhandlungen mitgeteilt wird und die Schenkung den Abschluss von Geschäften darstellte. Die Texte enthalten die Erstnennungen vieler niederösterreichischen Orte und wichtige sozialgeschichtliche Nachrichten zur Gründungszeit des Klosters bei der neuen Burg und zur Entwicklung des werdenden Landes. Auch für die Frühgeschichte von Wien ist es eine maßgebliche Quelle. Eine erste verdienstvolle Edition durch den seinerzeitigen Stiftsarchivar Maximilian Fischer erschien 1851. Seither sind bedeutende Studien zu ihren Inhalten erschienen. Die Neuedition erschließt die Forschungsergebnisse von mehr als eineinhalb Jahrhunderten nicht nur für die Regionalgeschichte, sondern auch für den überregionalen, ja internationalen Vergleich, für den diese Quelle noch viel zu wenig wahrgenommen wurde. Eine ausführliche Einleitung erläutert den historischen Hintergrund und den quellenkritischen Kontext und erschließt die Edition auch inhaltlich, die Register bieten nicht nur Zugang zum Text, sondern mit den Varianten der Namen auch philologische Hinweise. Durch die Neuedition sind vor allem Impulse für die Sozial- und Kulturgeschichte zu erwarten, da die Handschrift bisher wenig beachtete Nachrichten zu einem breiten Spektrum an Personen beiderlei Geschlechts sowie zu sozialen Gruppen enthält, das von Angehörigen adeliger Eliten bis hin zu Handwerkern und Unfreien reicht.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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