Wissenschaftsdisziplinen
Rechtswissenschaften (100%)
Keywords
Rights Of Nature,
Comparative Environmental Law,
Legal Personhood,
Earth Jurisprudence,
Natural Entities,
Earth System Science
Abstract
Angesichts der menschengemachten Klimakatastrophe, des sechsten Massenaussterbens der
Erdgeschichte und der Überschreitung von sieben der acht Grenzen des Erdsystems bezweifeln immer
mehr Stimmen in der rechtswissenschaftlichen Literatur, dass das gegenwärtige Umweltrecht
geeignet ist, diese für die Menschheit existenzbedrohenden Entwicklungen aufzuhalten. Manche
Stimmen halten es für angebracht, sich keine Denkverbote mehr aufzuerlegen, und schlagen vor,
Bestandteile der Natur als Rechtsträger:innen anzuerkennen. Die Idee von sogenannten Rechten
der Natur wird bereits seit einigen Jahrzehnten diskutiert. Sie wurde aber erst vor wenigen Jahren in
verschiedenen Rechtsordnungen der Welt Realität. Die Fragen, was man sich unter RdN vorstellen
kann und ob sie einen Mehrwert mit sich bringen, können damit nicht mehr nur aus einer
theoretischen oder rechtsphilosophischen Perspektive erörtert werden, sondern auch anhand von
konkreten Beispielen rechtswissenschaftlich untersucht werden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit
wurde daher untersucht, wie Rechte der Natur unter besonderer Berücksichtigung der Rechte von
Flüssen in fünf ausgewählten Staaten, den USA, Ecuador, Bolivien, Neuseeland und Kolumbien,
ausgestaltet wurden und welche Ähnlichkeiten und Unterschiede sich aus einer rechtsvergleichenden
Betrachtung ergeben. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, ein besseres Verständnis
der Funktionsweise, Stärken und Schwächen von RdN zu erlangen. Ausgehend von den
wesentlichsten Erkenntnissen wurden zudem Überlegungen zur österreichischen Rechtslage
angestellt, welche neue Impulse für die Verbesserung des Umweltschutzes geben.