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Die metrische Psalmenmetaphrase des Manuel Philes

The Metrical Psalms´ Metaphrasis of Manuel Philes

Andreas Rhoby (ORCID: 0000-0001-6534-8102)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1113
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 08.05.2024
  • Projektende 07.05.2027
  • Bewilligungssumme 7.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Poetry, Bible, Metaphrasis, Manuel Philes, Paleography, Byzantium

Abstract

Manuel Philes ist einer der produktivsten Autoren des byzantinischen Mittelalters. Am Ende des 13. Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts war er als Auftragsdichter für das Kaiserhaus in Konstantinopel, die Aristokratie und den hohen Klerus tätig. Er ist Verfasser vieler unterschiedlicher Gedichte mit insgesamt rund 25.000 Versen. Darunter befindet sich auch ein sehr umfangreiches Werk, dass sich aus fast 3.600 Fünfzehnsilbern zusammensetzt. Es handelt sich dabei um eine Metaphrase (Umarbeitung) der biblischen Psalmen, wohl mit dem Ziel, den originalen Text für ein Publikum des 14. Jahrhunderts verständlicher zu machen. Philes erachtete seine Metaphrase aber nicht bloß als Übertragung in eine andere Stilstufe, sondern auch als neue Ausgabe der Psalmen. Da das Werk nicht vollständig überliefert ist (es fehlen einige Psalmen) und auch zweifache Versionen einzelner Psalmen vorliegen, kann man davon ausgehen, dass Philes das Werk nicht fertigstellen konnte oder wollte. Überliefert ist das Werk in einer Haupthandschrift. Das vorliegende Buch ist die erste vollständige Edition des Texts, da in der Vergangenheit nur wenige Teile herausgegeben wurden. Der griechisch-byzantinische Metaphrasentext wird im Buch synoptisch präsentiert, d.h. er wird vom biblischen Originaltext begleitet, wodurch für die Leser:innen die Methode der Umarbeitungstechnik des Philes besser zu erkennen ist. In umfangreichen Einleitungstexten werden die Phänomene der Metaphrase sehr detailliert beschrieben, wobei hier Methoden der Philologie, Textkritik und Sprachwissenschaft zur Anwendung kommen. So kann man dabei erkennen, wann und wie oft Philes z.B. die syntaktische Struktur änderte, um den Psalmentext nicht nur dem Metrum des Fünfzehnsilbers anzupassen, sondern auch um das Original für die Benützer:innen des 14. Jahrhunderts verständlicher zu machen. Die Einleitung behandelt sehr ausführlich auch Philes Gebrauch von Zeiten (Aorist, Perfekt, Plusquamperfekt etc.) ebenso wie orthographische Besonderheiten und Wortspiele. In umfangreichen Appendices am Ende des Buches ist unter anderem ein Register der veränderten Elemente angeführt, das minutiös den Ersatz jedes Wortes der biblischen Psalmen durch ein Wort des Philes auflistet. Somit leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zum Studium der Metaphrasen in byzantinischer Zeit und darüber hinaus.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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