Die älteren Urkunden des Domkapitels zu Aquileia
The early charters of the cathedral chapter of Aquileia
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Aquileia,
Charters,
Friuli,
Middle Ages,
Beligna
Die vorliegende Edition enthält die älteren Urkunden mit Bezug auf das Domkapitel von Aquileia und auf das diesem nachmals inkorporierte Benediktinerkloster Beligna bei Aquileia. Der Zeitraum reicht von 1031 bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Textausgaben dieser Art sind eine wichtige Voraussetzung für die historische Forschung, weil hier weit verstreute Texte gesammelt und kommentiert zur Verfügung gestellt werdend. Der Begriff Urkunde wurde in der vorliegenden Publikation bewusst weit gefasst: Aufgenommen wurden daher auch Inschriften von rechtlicher Bedeutung sowie ein Verzeichnis zahlreicher Schenkungen, die dem Domkapitel im Lauf von etwa 130 Jahren gemacht worden sind. Die vorliegende Publikation bildet den vierten Band der Vorarbeiten zu einem Urkundenbuch des Patriarchats Aquileia. Sie ergänzt damit die schon vorhandene Reihe von Ausgaben von Urkunden friaulischer Kirchen bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Etwa die Hälfte der hier enthaltenen Texte bzw. Urkundenauszüge war der Forschung bisher völlig unbekannt Darüber hinaus sind etliche Texte sind jetzt erstmals im Wortlaut ediert, und wieder andere sind nun aufgrund einer deutlich besseren Textgrundlage verfügbar als bisher bzw. sie erscheinen jetzt mit berichtigtem Datum. Mehrere Studien runden die Textausgabe ab: so eine Darstellung der bisherigen Forschungen zum Domkapitel und zum Kloster Beligna, weiters Untersuchungen zu den Inventaren des Kapitelarchivs (vom 16. bis zum 18. Jahrhundert) und ebenso zur Geschichte dieses Archivs. Dazu kommen Spezialstudien zu Inhalt und Bewertung einzelner bedeutender Urkunden und Urkundengruppen, darunter auch zum Realitätsgehalt solcher Urkunden, die ausschließlich in Werken der Stilkunst überliefert sind, und ebenso über solche Urkunden, die bisher zu Unrecht dem Domkapitel oder dem Kloster Beligna bzw. dem Zeitraum bis 1250 zugeordnet worden sind. Die Notarszeichen aus der Zeit bis 1250 sind abgebildet, unabhängig davon, ob sie im Original oder als jüngere Kopien überliefert sind. Selbstverständlich sind nicht nur die in den Texten vorkommenden Orts- und Personennamen durch Register erschlossen und identifiziert, sondern ebenso auch die Eigentümlichkeiten der mittelalterlichen Rechtssprache in ihrer Phrasenbildung insgesamt. Solche Register sind durch die modernen Möglichkeiten elektronischer Suche direkt in den Texten keineswegs entbehrlich geworden. Wo es sich um Namen handelt, bieten die Register einen Überblick über deren unterschiedliche Schreibungen, Personenbezeichnungen werden hier mit bestimmten Personen verknüpft und die sehr oft nur schwer verständlichen Ortsangaben werden lokalisiert. Sehr viel Gewicht wurde auf das Register der Wörter bzw. Phrasen gelegt. Wegen der vielfach sehr komplexen Satzkonstruktionen wäre die elektronische Suche nach bestimmten Phrasen weithin zum Scheitern verurteilt.
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