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Militärische Gesundheitsversorgung und der Staat, 1660–1830

Military Health Care and the Early Modern State, 1660–1830

Sabine Jesner (ORCID: 0000-0002-3750-4726)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1132
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 02.07.2024
  • Projektende 01.07.2027
  • Bewilligungssumme 18.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (50%); Andere Sozialwissenschaften (10%); Gesundheitswissenschaften (20%); Soziologie (20%)

Keywords

    Early Modern State, Military Health Care, Medical Space, Ethics, Society, Europe

Abstract

Dieser Band bietet neue Erkenntnisse zur militärischen Gesundheitsversorgung in Europa von den 1660er bis zu den 1830er Jahren. In dieser Zeit wurde die medizinische Versorgung des gesunden männlichen Soldatenkörpers zu einer zentralen Aufgabe des frühneuzeitlichen Staates. Die Militärmedizin wurde zunehmend zu einem zweckgebundenen Instrument, um körperlich taugliche Personen für den Militärdienst auszuwählen, ihren Gesundheitszustand zu überwachen, sowie sie im Falle einer Verwundung wieder diensttauglich zu machen. Der Band greift soziokulturelle Fragen auf, wie es durch die Analyse der Auswirkungen von Werten, Gewohnheiten und Verhaltensweisen auf die Qualität und Effektivität der militärischen Gesundheitsversorgung greifbar wird. Es werden die Beiträge des medizinischen Fachpersonals ins Zentrum gestellt, die durch ihre Arbeit Leben gerettet oder zur Genesung von Verwundeten beigetragen haben. Das Buch beschäftigt sich mit der Verbesserung der human- und veterinärmedizinischen Ausbildung, und es wird aufgezeigt, wie konkurrierende Interessen innerhalb der wissenschaftlichen Strukturen neue medizinische Institutionalisierungen hemmten. Das Buch eröffnet ein besseres Verständnis für Fragen der Ethik und Moral innerhalb des frühmodernen öffentlichen Dienstes. Der Sammelband blickt über das Schlachtfeld hinaus und behandelt Kriegsfolgen für militärische und zivile Gesellschaften, wobei weibliche und männliche Perspektiven Berücksichtigung finden. Das Buch untersucht die Dualität der informellen und formellen Systeme der Gesundheitsfürsorge im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Versorgung der Soldaten. Bei den in dieser Sammlung vorgestellten Studien handelt es sich um qualitative oder vergleichende Fallstudien. Ein wichtiges Merkmal dieses Buches ist sein interdisziplinärer Charakter, der es auch für die Geschichte der Veterinärmedizin, die Wissenschaftsgeschichte, die Gender Studies, die Verwaltungsgeschichte und die Geschichte der Epidemiologie interessant macht. Der Sammelband lenkt die Aufmerksamkeit auf verschiedene erkenntnistheoretische Aspekte und zeigt, wie Medizin und Krieg mit zahlreichen verschiedenen Facetten der menschlichen Gesellschaft und Kultur verflochten waren. Das Buch lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Anfänge militärmedizinischer Versorgungssysteme als Teil der Entstehung eines öffentlichen Gesundheitswesens.

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