Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (60%); Soziologie (40%)
Keywords
Social Inequalities,
Study Skills,
Non-Traditional Pathways,
Widening Participation,
Student Equity,
The Ability To Study
Abstract
Wer gilt heute als studierfähig? Und wer bestimmt darüber? Auf welche Art und Weise
formen strukturell-institutionelle Bedingungen und gesellschaftliche Vorstellungen die
Möglichkeiten, ein Studium an einer Universität aufzugreifen und es auch abzuschließen?
Und wie hat sich das im Laufe der Zeit verändert? Magdalena Fellner untersucht in ihrer
historisch-vergleichenden Studie, welchen Machenschaften die Bedeutungen und
Zuschreibungen des Begriffs der Studierfähigkeit von den Anfängen der Hochschulgeschichte
bis heute unterliegen. Erfüllen die potenziellen Studierenden nicht die Anforderungen der
herrschenden Machtelite einer Zeit, führt dies zum Ausschluss sozialer Gruppen und damit
zur Aufrechterhaltung einer hierarchischen Klassengesellschaft. Deutlich wird, dass der
klassische Begriff der Studierfähigkeit Probleme birgt, die soziale Ungleichheiten verstärken,
anstatt ihnen entgegenzuwirken. Auf Grundlage der theoretischen und empirischen Analysen
wird die Dynamik zwischen normativen Erwartungen und kollektiven sowie individuellen
Lebenswelten veranschaulicht. Ausgehend von den Analysen schlägt die Studie schließlich
eine Rekonzeptualisierung des Begriffs der Studierfähigkeit aus einer relationalen Perspektive
vor.