Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (30%); Politikwissenschaften (30%); Wirtschaftswissenschaften (40%)
Keywords
Varieties of economic nationalism,
National Economy-Building,
Cold War Europe,
Small states
Abstract
Dieses frei zugängliche Buch untersucht die Entwicklung des wirtschaftlichen Nationalismus im
Europa des Kalten Krieges und erforscht die Möglichkeiten und Grenzen kleiner (national-
)staatlicher Akteure, die in einer globalisierten Welt nationale wirtschaftliche Interessen
verfolgen und verteidigen. Auf diese Weise trägt es zu einer neuen Perspektive in der
wirtschaftsgeschichtlichen, politisch-ökonomischen und nationalistischen Literatur über das
Nachkriegseuropa bei. Mit diesem Auftrag, der die inhärente Verwundbarkeit kleinerer
Volkswirtschaften und ihre Strategien des wirtschaftlichen Überlebens jenseits der Zwänge des
Kalten Krieges unterstreicht, rekonstruiert Varieties of Economic Nationalism in Cold War
Europe nationale Wirtschaftsdiskurse und politische Ziele kleinerer Staaten und Teilstaaten auf
beiden Seiten des Eisernen Vorhangs von Mitte der 1960er bis Ende der 1980er Jahre.
Anhand von acht empirischen Fallstudien, die die Auswirkungen wirtschaftlicher Wendepunkte
wie der gleichzeitigen Krisen des westlichen Keynesianismus und des östlichen Marxismus-
Leninismus, der Öl- und Finanzschocks Mitte der 1970er Jahre oder des Zusammenspiels von
wirtschaftlicher Liberalisierung und Entkolonialisierung auf die Wirtschaftspolitik und
Diplomatie kleiner Staaten untersuchen, wird die Vielfalt der Wirtschaftsnationalismen der Ära
des Kalten Krieges und ihr Schwanken zwischen Protektionismus und marktwirtschaftlichen
Ansätzen aufgezeigt. Wie die Beiträge zeigen, waren kleine Staaten in Ost und West keineswegs
machtlos und den geoökonomischen Binaritäten des frühen Kalten Krieges unterworfen,
sondern sehr wohl in der Lage, ihre Kleinheit in einen strategischen Vorteil zu verwandeln und
ihren Handlungsspielraum in einer sich rasch wandelnden Weltwirtschaft zu erweitern.