Freiheit und Sicherheit. Das Wiener KSZE-Folgetreffen
Freedom and Security. The CSCE Follow-up Meeting in Vienna
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Politikwissenschaften (20%)
Keywords
-
Détente,
Csce,
Cold War,
International History,
Diplomatic History
Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) bildete ein Kommunikationsforum über die Blockgrenzen des Kalten Krieges hinweg. Ziel der 35 Teilnehmerstaaten war das Aushandeln und Festschreiben von Bestimmungen, welche ihre Beziehungen zueinander zukünftig gestalten sollten. Die thematischen Schwerpunkte waren Sicherheitspolitik und Menschenrechte, aber auch Kultur, Wirtschaft, wissenschaftliche Zusammenarbeit und andere Aspekte wurden berücksichtigt. Drei Folgetreffen hatten das Ziel, die Bestimmungen der 1975 in Helsinki verabschiedeten Schlussakte zu überwachen und diese zu erweitern. Beim dritten Folgetreffen, das von 1986 bis 1989 in Wien stattfand, war wenngleich das Ende des Kalten Krieges noch nicht absehbar war eine deutliche Entspannung bemerkbar und die ideologischen Gegensätze konnten zumindest teilweise überwunden werden. Dieser Sammelband ist eine der ersten Publikationen, welche sich auf der Basis geschichtswissenschaftlicher Forschungszugängeschwerpunktmäßig mit den Wiener Folgetreffen befasst. In den Blick genommen werden die Wechselwirkung zwischen der zunehmenden Entspannung in der Endphase des Kalten Krieges und die von den KSZE- Verhandlungen ausgehenden Entschärfungen des Ost-West-Konflikts. Die einzelnen Beiträge beleuchten unterschiedlichste Aspekte des Wiener Folgetreffens und deren Verflechtungen. Der Band behandelt neben den prominenten Themen der KSZE-Forschung (militärische Sicherheit und Menschenrechte) auch bisher weniger beachtete Aspekte wie Kultur und Umwelt. Neben der thematischen Vielfalt werden in den Beiträgen die Interessenslagen verschiedener Staaten dargestellt. Von der Annäherung der beiden Großmächte über die Koordinierung innerhalb der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ) sowie den neutralen und nicht-packgebundenen Staaten bis hin zum verstärkten unabhängigen Auftreten einiger Staaten Osteuropas werden die Konstellationen beleuchtet, die die Verhandlungen bestimmten. Zudem werden auch externe Akteursgruppen wie NGOs und Medien berücksichtigt. Der Band liefert Einordnungen des Wiener Folgetreffens in den KSZE-Prozess und in das weltpolitische Geschehen seiner Zeit. Er beinhaltet verschiedene Blickwinkel, Rückblicke und Aussichten. Grundlage für die Beiträge war vielfach bisher unveröffentlichtes und unerforschtes Aktenmaterial. Zusätzlich wurden Memoiren und Schriften von Diplomat:innen, Interviews mit Zeitzeug:innen und die mediale Berichterstattung in die Analysen einbezogen. In seiner Gesamtheit bietet der Sammelband vielfältige Einblicke in die neuesten Forschungsergebnisse zu einflussreichen und doch bisher wenig erforschten diplomatischen Verhandlungen während der letzten Phase des Kalten Krieges.