Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
Power,
Freedom,
Concepts,
Michel Foucault,
Critique
Abstract
In diesem Buch wird argumentiert, dass die gängige Auffassung von der Unterscheidung zwischen Freiheit
und Macht verworfen werden muss, weil sie auf einer unhaltbaren Darstellung der diskursiven Erkenntnis
beruht, die Individuen mit der Fähigkeit zu Autonomie und selbstgesteuerter Rationalität ausstattet.
Sowohl in liberalen als auch in kantischen Ansätzen ist das autonome Subjekt ein selbständiger
Ausgangspunkt, dessen Freiheit durch Machtverhältnisse nur kontingent eingeschränkt wird, weil sie
außerhalb der Konstitution des Subjekts liegen. Die rezipierte Sichtweise definiert also die Unterscheidung
zwischen Freiheit und Macht als eine Dichotomie. Michel Foucault ist wohl der wichtigste Kritiker dieser
Dichotomie. Es besteht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass Foucault nicht in der Lage ist, die von
ihm entwickelte alternative Sichtweise zu rechtfertigen, in der Macht und Freiheit stattdessen im
Wesentlichen miteinander verwoben sind. Das Buch füllt diese Lücke, indem es die sozialen
Voraussetzungen diskursiver Erkenntnis untersucht. Es stützt sich auf pragmatistisch-inferentialistische
Quellen aus der Sprachphilosophie (Wittgenstein, Sellars und Brandom) und präsentiert eine neue
Interpretation von Foucaults Philosophie, die durch seine übersehene Idee der Archäologie des Wissens
geeint wird. Infolgedessen erklärt das Buch nicht nur, warum und wie Macht und Freiheit miteinander
verwoben sein müssen, sondern auch, was es ethisch bedeutet, Autonomie in Bezug auf das eigene
Verständnis anzustreben und zu gewinnen.
Macht und Freiheit im Raum der Gründe richtet sich an Wissenschaftler:innen und fortgeschrittene
Student:innen, die in den Bereichen soziale und politische Philosophie, kritische Theorie, Ethik,
Sprachphilosophie und Geschichte der Philosophie des 20. Jahrhunderts.