Italienische Kunst und Kultur in Wien
Italian art and culture in Vienna
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Kunstwissenschaften (60%); Soziologie (20%)
Keywords
-
Vienna,
Italian,
Art,
Artists,
Collecting,
Patronage
Dieser Band untersucht erstmals systematisch aus einer kunsthistorischen Perspektive die zentrale Rolle der italienischen Kunst in Wien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Ausgehend von neuen Archivquellen und unveröffentlichtem Material beleuchten die Beiträge mehrere Fallstudien, die in ihrer Komplexität und Vielfalt die grundlegende Bedeutung der italienischen Kunst in Wien und in den Territorien des Habsburgerreichs sichtbar machen. Wie die Einleitung in theoretischer und methodischer Hinsicht ausführt, steht nicht nur der Import von Kunstwerken aus Italien im Fokus, sondern vor allem die Mobilität der Künstler: ihre zeitweilige oder dauerhafte Ansiedlung in Wien, ihre Einbindung in Patronage- und Werkstattstrukturen sowie die daraus resultierende Neuausrichtung der lokalen Kunstproduktion. Der Fokus des Buches reicht daher über den materiellen Transfer von Objekten hinaus und umfasst die Verbreitung von Wissen, Expertise und Techniken nördlich der Alpen. Dabei wurden die italienischen Netzwerke in Wien analysiert sowie einzelne Kunstaufträge und die Herausbildung eines neuen künstlerischen Geschmacks und einer neuen Ausrichtung rekonstruiert. Das Buch präsentiert ein breites Themenspektrum: die italienischen Steinschneider am kaiserlichen Hof in Prag und Wien darunter die Familien Miseroni und Castrucci , Antonio Abondios Beiträge zur Porträtkunst in Wachs und Metall, das Wirken des Malers Giulio Benso zwischen Genua, Wien und Vorarlberg sowie eindrucksvolle Reiseberichte von Agenten und Nuntien, die Wien besuchten. Es behandelt zudem die Entstehung der umfangreichen Gemäldesammlung des kaiserlichen Gesandten Humprecht Jan Czernin, die Zuwanderung Görzer Steinmetzen nach Wien und deren sozialen Aufstieg, die Architektur- und Gartenentwürfe Donato Felice dAllios sowie eine erste Rekonstruktion des uvres von Nicola Maria Rossi in der Kaiserstadt. Korrespondenzen und Tagebücher des Hofdichters Apostolo Zeno, Überlegungen zur Kunstpolitik römischer Kardinäle sowie zu den Marktstrategien italienischer Antiquare der Restaurationszeit werden ebenso einbezogen wie die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum zu Lauranas Büste und die Bedeutung von Petrarcas Laura am kaiserlichen Hof.
- Universität Wien - 100%