Bildende Kunst und Medizin im frühneuzeitlichen Europa
Visual arts and medicine in early modern Europe and beyond
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (15%); Kunstwissenschaften (85%)
Keywords
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Art History,
History of Medicine,
Medical Humanities,
Historiography,
Body,
Perception
Visual Arts and Medicine in early modern Europe and beyond ist ein Sammelband, herausgegeben von Robert Brennan, Fabian Jonietz und Romana Sammern. Der Band enthält neun Essays und sechs zentrale historische Quellen von Carly Boxer, Robert Brennan, Julia Czapla, Fabrizio Federici, Frances Gage, Jana Graul, Fabian Jonietz, Catherine Lawless, Katharina Anna Sabernig, Paolo Sanvito und Katharine Stahlbuhk. Unser Buch untersucht die Verbindungen zwischen Kunst und Medizin in Europa während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit einer Epoche, die entscheidend für die Entwicklung sowohl der medizinischen als auch der künstlerischen Berufe war. Wir beleuchten, wie Kunsttheorie durch medizinische Texte vermittelt wurde, wie frühe medizinische Diagnosen den Methoden der Kunstexpertise ähnelten und wie diese miteinander verflochtenen Geschichten nicht nur Europa, sondern auch Regionen wie den Nahen Osten und Zentralasien umfassten. Im Fokus steht, wie künstlerische Methoden und visuelle Bildung die medizinischen Praktiken der Frühen Neuzeit maßgeblich beeinflussten. Indem wir die Überschneidungen zwischen visueller Kultur und medizinischer Wissenschaft untersuchen, betrachten wir gemeinsame institutionelle Rahmenbedingungen wie Zünfte und Schutzheilige sowie intellektuelle Herausforderungen, etwa die Verpflichtung zur Beobachtung und die Anwendung von verkörpertem Wissen. Wir verfolgen dabei einen historisch-analytischen Ansatz und beziehen uns auf unterschiedlichste Quellen, darunter medizinische Abhandlungen, Künstlertexte und Pharmakopöen. Anhand von Fallstudien erforschen wir, wie visuelle Kultur und medizinisches Wissen einander beeinflussten und wie die bildende Kunst durch gemeinsame Methoden und institutionelle Strukturen die Medizin prägte. Visual Arts and Medicine in early modern Europe and beyond eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Kunst, Medizin und Wissenschaft. Es zeigt die Zusammenarbeit von Künstlern und Ärzten etwa Maler und Mediziner, die gemeinsam Farbtabellen entwickelten, oder Bildhauer, die Kompetenzen mit Chirurgen teilten. Der Band überschreitet traditionelle Disziplingrenzen, indem er Unterscheidungen zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit, religiöser und medizinischer Heilung sowie praktischen und theoretische Formen des Wissens hinterfragt. Zudem thematisiert das Buch, wie diese Bereiche mit Konzepten von Geschlecht, Rasse und Neurodiversität in Beziehung standen.
- Universität Salzburg - 100%