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"Sei du bei mir in meiner Sprache Tollheit": Mayröcker

"Sei du bei mir in meiner Sprache Tollheit": Mayröcker

Eleonore De Felip (ORCID: 0000-0001-6128-7066)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1184
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 19.12.2024
  • Projektende 18.12.2027
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Friederike Mayröcker, Spätwerk, Poetische Ekstase, Literaturwissenschaft

Abstract

Mit ihren Texten betrat die große österreichische Autorin Friederike Mayröcker in mehrfacher Hinsicht Neuland. Für die Literaturwissenschaft bedeutet dies, dass auch sie innovative Wege beschreiten muss, um sich diesem gleichermaßen faszinierenden wie rätselhaften Werk zu nähern. Der vorliegende Sammelband widmet sich Mayröckers späten und spätesten Texten. Aus verschiedenen Perspektiven wird untersucht, wie sich ekstatisches Sprechen poetisch manifestiert. Die einzelnen Beiträge fragen danach, worin das Besondere dieser ekstatischen Sprache liegt, welche Normen sie sprengt, wie sie sich im Laufe der Jahre verändert hat und in welcher geistesgeschichtlichen Tradition sie verankert ist. Untersucht werden Ausdrucksformen des Ekstatischen in Prosatexten, Gedichten, Hörspielen und in den für Mayröcker spezifischen Promen. Um ein tieferes Verständnis dieser einzigartigen, oft als schwierig empfundenen Sprache zu ermöglichen, weisen die Aufsätze auf den kulturellen Kontext hin, in welchem Mayröckers Werk steht. Sie zeigen anhand intertextueller Bezüge auf, dass die Autorin eine leidenschaftliche Leserin war, die sowohl zeitgenössische als auch ältere Bücher intensiv rezipierte. Die zahlreichen Erwähnungen von Gemälden und Musikstücken zeugen von Mayröckers lebenslanger Faszination für die bildende Kunst und die Musik. Der unverwechselbare, zunehmend melancholische Ton der späten Jahre erklärt sich auch aus den persönlichen Lebensumständen der Autorin: aus dem Verlust ihres Lebens- und Schreibgefährten Ernst Jandl und der zunehmenden Gebrechlichkeit im hohen Alter. Nichtsdestotrotz hat sich Mayröcker bis zuletzt die Fähigkeit bewahrt, den tragischen Aspekt der Ekstase mit dem euphorischen zu verbinden. Entstanden sind schwebende Sprachgebilde von erstaunlicher Leichtigkeit und verblüffender Ironie. Der Band bietet innovative Perspektiven auf Mayröckers spätes Werk, das hier vor dem Hintergrund der langen europäischen Tradition der melancholischen Ekstase gelesen wird. Die Beträger*innen sind alle ausgewiesene Expert*innen in österreichischer Avantgarde- Literatur.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

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