Feministische Hack Kunst.
Feminist Hacking Art.
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (20%); Informatik (20%); Kunstwissenschaften (40%); Soziologie (20%)
Keywords
-
Degrowth,
Care,
Transfeminist Hacking,
Ethical Hardware,
Ecofeminism,
Decolonial
Technologie ist nicht neutral. Es ist ein oenes Geheimnis, dass die Hardware in smarten Gadgets nicht nur Kunststoe, sondern auch wertvolle Mineralien wie Kobalt, Wolfram, Zinn, Lithium, Tantal und Gold enthält. Diese oft als Konfliktmineralien bezeichneten Rohstoe werden in Konfliktregionen abgebaut und verarbeitet. Anschließend werden sie an Hardwarehersteller verkauft und zur Produktion von elektrischen Schaltkreisen verwendet - oft unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen. Doch die Geräte landen nur allzu schnell auf giftigen Mülldeponien. Dieser Kreislauf der Ausbeutung innerhalb unserer Hardware Lieferketten erinnert an Kolonialismus. In Feminist Hacking Art: Consent, Co-existence and Collective Survival machen die Autorinnen auf diesen Kreislauf aufmerksam und önen ihr künstlerisches Forschungsprojekt allen, die sich für eine nachhaltige und ethische Technologieproduktion interessieren. Sie bauen Hardware aus vorhandenen oder recycelten Materialien und weigern sich, Technologie auf die übliche (schädliche) Weise zu produzieren. Unter Verwendung unkonventioneller und umweltfreundlicher Materialien wie Ton aus der Region und nachhaltiger Produktionsmethoden, die ohne Strom auskommen, arbeiten die Autorinnen mit Künstler*innen, Kunsthandwerker*innen, Techniker*innen und Aktivist*innen zusammen, um ökofeministische anti-koloniale Hardware zu entwerfen - wodurch Spekulationen darüber entstehen können, wie Technologie, die sich an feministischen Prinzipien wie Fürsorge und Einvernehmlichkeit orientiert in Zukunft entwickelt werden könnte. Spekulative Designmethoden finden sich in diesem Buch an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Ökofeminismus, und dienen als Ausgangspunkt für die Suche nach neuen Materialien und Wegen in eine nachhaltigere Zukunft. Die Autorinnen verwenden den Begri Ethische Hardware, der sich auf Technologien bezieht, die weder Umwelt noch Mensch schaden, sondern im Gegenteil, erneuerbar sind und Umwelt wie Mensch zugute kommen. Als Künstlerinnen bringen die Autorinnen in ihrer Forschung verschiedene Altersgruppen zusammen und schließen sich mit zahlreichen soziale Bewegungen junger Leute kurz, besonders derer von FLINTA und oenen, gleichgesinnten Menschen. Diese Bewegungen engagieren sich für Ziele wie Permacomputing, Post-Wachstum, Solidarische Ökonomien, Kreislauf Ökonomie und Open Source Hardware. Die künstlerischen Arbeiten, die während dieses Projekts entstanden sind repräsentieren Knotenpunkte innerhalb eines internationalen Netzwerks von Hacker*innen, die transfeministisches Hacken als künstlerische Methode etablieren. Sie hoen, dadurch das kollektive Überleben von Menschen und nicht-Menschen zu ermöglichen. Das Projekt wurde vom Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF) gefördert, als PEEK Projekt zur Entwicklung und Erschließung der Künste und im Rahmen des Top Citizen Science Förderprogramms. Die interdisziplinären Experimente, Kunstwerke und Ergebnisse in diesem Buch tragen zur Diskussion über die Rolle künstlerische Forschung und Citizen Science in der akademischen Wissensproduktion bei.