Adolf Hitler als ´Architekt´ – Diktator und Dilettant
Adolf Hitler as an ´Architect´ - Dictator and Dilettante
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (80%); Kunstwissenschaften (20%)
Keywords
-
Adolf Hitler,
Architecture,
Nationalsocialism
Adolf Hitler zählt zu den historischen Machthabern, die ein starkes Interesse für Architektur hatten. Voraussetzungen dafür lieferte Hitlers frühere Beschäftigung als Maler und Zeichner sowie seine Auseinandersetzung mit historischen Bauten. Als Parteiführer und vor allem nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ist er zum aktiven Bauherr, teils auch zum Mitplaner in Erscheinung getreten. Tatsächlich lässt sich nachweisen, dass Hitler seine architektonischen Vorstellungen eigenhändig in Skizzen festgehalten hat. Oftmals entstanden sie in Planungsbesprechungen mit seinen Architekten. Fotos von diesen Gesprächen fanden in der NS-Zeit Eingang in Propagandaschriften, Hitlers Skizzen wurden aber nicht abgebildet. Nach 1945 florierte das Geschäft mit Hitler-Devotionalien. Personen aus dem Umfeld des Diktators haben ihm zugeschriebene Architekturskizzen veräußert. Der Aktivste war Albert Speer, der sich nach der Entlassung aus Spandau 1966 und der Veröffentlichung seiner Erinnerungen eine zusätzliche Einnahmequelle erhoffte. Das Buch analysiert erstmals systematisch Hitlers Verhältnis zur Architektur. Ein Katalog gibt einen kritischen Überblick über Hitlers Architekturskizzen und liefert eine neuartige Grundlage für die Bewertung seiner Architekturvorstellungen und damit auch der Architektur im Nationalsozialismus. Das erste Kapitel, Hitler als ,Künstler-Architekt`. Genese eines Propagandamythos führt eine kritische Analyse von veröffentlichten und unveröffentlichten Fotos aus dem Archiv des Leibfotografen Hitlers, Heinrich Hoffmanns. Es zeigt, wie das Bild des Diktators als Baumeister des Reiches propagiert wurde und wie das nicht nur metaphorisch verstanden werden sollte. Das zweite Kapitel, Hitler und die Architekten, gibt einen Überblick der Zusammenarbeit zwischen dem Diktator und seinen Architekten, vor allem jene, mit denen er persönlich verkehrte und sich teils mehrfach wöchentlich traf (Paul Ludwig Troost, Albert Speer, Roderich Fick und Hermann Giesler). Zusammen mit dem Katalog von Hitlers-Skizzen können erstmals zusammenhängende Rückschlüsse über die zeichnerischen und verbalen Vorgaben des Diktators und damit seiner Beteiligung am Entwurf von Bauprojekten gezogen werden. Das ermöglicht eine neue Bewertung der Rolle von Staatsarchitektur im Nationalsozialismus, das Thema des dritten und abschließenden Kapitels: Hitlers Architektur als Mittel der Politik.