Blumenbach-Rassentypologien
Blumenbach´s Racial Classification
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (30%); Geschichte, Archäologie (20%); Politikwissenschaften (20%); Soziologie (30%)
Keywords
-
Race In Science,
Enlightenment,
Anti-Racism,
Colonial Power,
Global History,
Blumenbach
Das Buch befasst sich mit den Herausforderungen der Historisierung des wissenschaftlichen Rassismus und dem Kampf dagegen. Die Biografien von Wissenschaftlern, die wie Blumenbach kompromisslose Kämpfer gegen die wichtigste politische Verkörperung des Rassismus ihrer Zeit waren, deren Ideen jedoch später von offenen Rassisten aufgegriffen wurden, werfen die Frage nach den treibenden Kräften hinter den gegensätzlichen politischen Zugehörigkeiten von Wissenschaftlern auf. Die Autoren überprüfen das historische Erbe der Gelehrten der Aufklärung im Hinblick auf Nuancen unseres Verständnisses der intellektuellen Verantwortung für die Reproduktion rassenbezogenen Denkens. Das Buch überschreitet die vereinfachenden Grenzen zwischen rechter und linker Wissenschaft und untersucht die in sich widersprüchlichen Auswirkungen rassistischen Denkens auf das Wissen über die Menschheit. Dieses Buch vertieft unser Verständnis von Rasse als Beitrag zur Wissensproduktion über die Menschheit in verschiedenen Bereichen und in verschiedenen epistemischen Zugängen. Anstatt das Pathos hervorzuheben, das mit der Aufdeckung von Rassismus in den Positionen der maßgeblichsten Denker einhergeht, regt der Band dazu an, über das Fortbestehen von Epistmologien nachzudenken, die rassistisch geprägte Ansichten über die Menschheit und ihre Auswirkungen fördern. Ausgehend von H. Blumenbergs Ansatz zur Erforschung des komplexen Zusammenhangs zwischen Vormoderne, Moderne und zeitgenössischer Historisierung der whiteness entwickeln die Autoren einen Rahmen für die immanente Kritik der Rasse in der Wissenschaft. Die longue durée von Blumenbachs Ansatz als zahlreiche Adaptionen zu verfolgen, bietet Möglichkeiten zur Überarbeitung der entangled history der Rasse in der Wissenschaft. In jedem Kapitel wird untersucht, wie die Elemente von Blumenbachs Epistemologie in unterschiedlichen politisch- sozialen Kontexten neu zusammengesetzt wurden, die ihre Reproduktion sicherstellten. Durch die Diskussion darüber, wie die soziale Realität durch verschiedene Formen der Mobilität (Kolonisation, Migration, Verstädterung) verändert wurde, untersuchen die Autoren, wie die Präsenz Anderer in verschiedenen historischen und geopolitischen Kontexten die Funktionsweise der Rassekunde prägte. Die Historisierung von Blumenbachs Erbe wird als Wechselspiel zwischen reduktionistischem Kontextualismus und kritischen Reaktionen darauf dekonstruiert. Das Buch bietet eine historische Revision der Rassenthematik in der Wissenschaft, indem es den Gegensatz zwischen rassismusinformiertem und rassismusfreiem Wissen als falschen Gegensatz dekonstruiert. Die Autoren diskutieren die Verantwortung für Gräueltaten, die durch die Rassenwissenschaft legitimiert wurden, gegenüber intellektuellen Bewegungen wie der Aufklärung, und zwar durch eine komplexere Historisierung, was sie für diejenigen, die sich auf Rassenforschung und Sozialwissenschaften spezialisiert haben, von großer Bedeutung macht.