Philosophische Theologie im Umbruch. Band II/1
Philosophical Theology in Transition
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Philosophical Theology,
Ontology,
Fideism,
Atheism
Philosophische Theologie ist die wissenschaftliche Besinnung auf das Unergründliche, das Religionen das Heilige, Göttliche oder Gott nennen. Sie wurde heute größtenteils aus dem Fächerkanon philosophischer Disziplinen ausgeschieden und wich einem methodischen Atheismus. Oft mit Recht werden ihr mangelnde Erfahrungsnähe, spekulative Verstiegenheiten u.a. mehr zur Last gelegt. Wir stehen vor der Alternative des völligen Abbruchs oder eines grundlegenden Umbruchs des gesamten Faches. Um dieser bedrängenden Problematik zu entsprechen, wurde im ersten Band die wechselvolle Geschichte Philosophischer Theologie nachgezeichnet, um ihren ursprünglichen Ort im Verhältnis des Menschen zum Sein im Ganzen ausfindig zu machen. Zur Behebung des notorischen Ontologiedefizits wurden außerdem einige grundlegende Themen der Ontologie in der Form von Exkursen eingearbeitet. Der zweite Band, der ebenfalls ontologische Kapitel enthält, legt die geschichtliche Dramatik der Zweifrontenbildung frei, in welche die Philosophische Theologie durch die Kritik von Seiten der fideistischen Theismen (1) und der atheistischen Philosophien (2) geraten ist. Die Angriffe von beiden Seiten treffen sich in einem gemeinsamen Anliegen: dem der Befreiung von einem ungöttlichen Gott. Der Fideismus, der zunächst behandelt wird, hält meistens unsere Vernunft für zu begrenzt oder verdorben um ontologische und religiöse Wahrheiten zu erkennen und setzt ihr den Glauben entgegen. Als Antwort auf diese Position wird zunächst eine Palette von Glaubensweisen phänomenologisch untersucht und in Anknüpfung an Parmenides unser glaubendes Anwesen in der Welt als unumgänglicher Grundvollzug aufgewiesen, der in einem personal-dialogischen Vertrauen in den Daseinsgrund gipfelt. Auf dieser Basis wird die Auseinandersetzung mit den metaphysikfeindlichen, offenbarungspositivistischen Fideismen an Hand rezeptionsgeschichtlich mächtiger Paradigmen (Blaisse Pascal, Karl Barth) aufgenommen. Der zweite Hauptteil des Bandes versucht die Infragestellung Philosophischer Theologie durch atheistische sowie atheisierende Einstellungen und Theorien samt den daraus resultierenden Religionsverlust als Gesamtphänomen differenziert wahrzunehmen. Soziographisch hat der Atheismus heute bereits eine Größe erreicht, die sich zwischen der des Buddhismus und Hinduismus hält. Seine neuzeitliche, innerchristliche Herkunftsgeschichte, die in dem Band nachgezeichnet wird, macht dieses neuartige Weltphänomen als kritische Reaktion auf eine üble Religionspraxis und eine das Göttliche entstellende Theorie verständlich. Damit ist die eigentliche Auseinandersetzung mit atheistischen Positionen nur erst vorbereitet, die im nachfolgenden Halbband erfolgen wird.