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Krizna jama - Palaeontology, Zoolgy and Geology of KJ in SL

Krizna jama - Palaeontology, Zoolgy and Geology of KJ in SL

Gernot Rabeder (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/PUB152
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (25%); Geowissenschaften (75%)

Keywords

    Late Pleistocene, Taphonomy, Ursids, Chronology, Evolution, Palaeoclimatology

Abstract

Die Križna jama (Kreuzberghöhle) bei Lož (Laas) in Slowenien zählt zu den größten und schönsten Höhlen des Klassischen Karstes. Sie besteht aus imposanten Hallen mit kolossalen Tropfsteingebilden sowie Wasser führenden Gängen, die ebenfalls mit herrlichen Sinterfiguren geschmückt sind. In den eingangsnahen Hallen etwa 60 Meter über dem heutigen Bachniveau stießen schon die ersten Besucher um 1830 auf massenhaft herumliegende Reste von Höhlenbären, die hier vor ca. 40.000 Jahren gut geschützte Überwinterungsplätze vorgefunden haben. Die großen Ansammlungen der fossilen Knochen und Zähne sowie die relativ gute Erreichbarkeit haben schon im Jahre 1878 Forscher aus Wien angelockt (Pohar, Križna jama: Description), die aus dem lockeren Lehm große Mengen von gut erhaltenen Schädeln, Kiefern und Knochen bergen und nach Wien bringen konnten. Die Ergebnisse wurden vom Leiter der Grabungen, Ferdinand von Hochstetter im Jahre 1881 in den Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien publiziert. Die Kreuzberghöhle ist auch eine der zoologisch interessantesten Höhlen der Welt. Sie wurde schon ab 1850 intensiv von Zoologen untersucht, weil sie besonders reich an Troglobionten, das sind Tierarten, die zeitlebens nur in der Höhle leben, ist. Sie wurde Typuslokalität für acht aquatische und drei terrestrische Taxa: Belgrandiella crucis, B. schleschi und Zospeum exiguum (Gastropoda), Rhyacodrilus omodeoi (Oligochaeta), Niphargus orcinus (Amphipoda), Manolistra racovitzai (Isopoda), Bathyscimorphus trifurcatus, Typhlotrechus bilimeki frigens und Anophthalmus heteromorphus (Coleoptera). Der Artikel von Sket & Stoch (Recent Fauna of the Cave Križna jama, p. 45 ff.) gibt einen Überblick des heutigen Forschungsstandes. Eine so große Wasser führende Höhle ist natürlich auch für geologische, spelaeogenetische und hydrogeologische Forschungsansätze von Bedeutung. Den heutigen Wissensstand präsentieren die Artikel von Knez & Prelovšek (The Geological Setting, p. 15 ff.) und Prelovšek (a: Speleogenesis and Flowstone, p. 21 ff., und b: The Hydrogeological Setting, p. 27 ff.). Der Grund für die Herausgabe dieser Monographie liegt vorwiegend in den sensationellen Funden der so genannten Nachgrabungen (Rabeder & Withalm, The Re-Excavations, p. 7 ff.). Als sich herausgestellt hat, dass der Großteil der von Hochstetter et al. geborgenen Fossilien, besonders die vielen Schädel und Mandibel, die am Naturhistorischen Museum in Wien aufbewahrt waren, nicht mehr auffindbar sind, wurde in Kooperation der Universitäten Ljubljana und Wien ein Grabungsprojekt gestartet, das in den Jahren 1999 und 2001 nicht nur die Proben für die sedimentologischen, stratigraphischen und chronologischen Analysen brachte (Kralj, Sedimentary Deposits, p. 35 ff.) sondern auch sensationelle Funde von Bärenschädeln aus dem Fundbereich Kittls Bärenhöhle. Nach dieser Aktion lag nun auch genügend Fossilmaterial vor, um die systematische Stellung der Höhlenbären zu klären. Es handelt sich um eine großwüchsige Höhlenbärenart (U. ingressus Rabeder et al., 2004), die wahrscheinlich vor 50.000 Jahren aus dem Osten nach Mitteleuropa eingewandert ist und zum ersten Mal aus der Gamssulzenhöhle im Toten Gebirge (Oberösterreich) beschrieben wurde. Die Mehrzahl der Artikel widmet sich der Beschreibung und Analyse der Bärenreste. Aus den metrischen und morphologischen Daten der Backenzähne wird auf ein sehr hohes Evolutionsniveau geschlossen, wie es nur bei den Faunen der Ursus ingressus-Gruppe vorkommt (Rabeder: Metrics and Evolutionary Level, p. 65 ff.). Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommen Pappa (The Study of Cave Bear Milk Teeth, p. 73 ff.), Frischauf (The Cave Bear Incisors, p. 83 ff.) und Withalm (Analysis of the Cave Bear Metapodial Bones, p. 125 ff.) durch die Bearbeitung der Milchzähne, der Schneidezähne und der Metapodien, sowie Pacher (Skeletal Element Distribution, p. 93 ff.) durch die Analyse der Schädel, Mandibeln und der postkranialen Elemente. In der Bärenassoziation der Križna jama überwiegen die männlichen Individuen, das geht vor allem aus der Größenverteilung der Eckzähne hervor (Rabeder & Withalm: Sexual Dimorphism, p. 117 ff.). Ontogenetische Studien belegen, dass die Mehrzahl der in der Höhle nachgewiesenen Tiere während des Winterschlafs gestorben sind. Das höchste Lebensalter, das die Bären erreicht haben lag bei 28 Jahren (Debeljak: The Age and Sex Structure, p. 105 ff.). Neben den Bärenresten, die über 99% des paläontologischen Fundgutes ausmachen, gibt es einige Funde von Säugetieren, welche die so genannte Begleitfauna ausmachen: Martes martes, Canis lupus und Gulo gulo (Pacher & Döppes, Additional Faunal Elements, p. 57 ff.). Diese Funde stammen aus den Altgrabungen unter F. v. Hochstetter. Deren interessantestes Taxon ist Gulo gulo, der Vielfraß. Dieses heute nur in der Arktis lebende Raubtier war im Mittel- und Jungpleistozän auch in den Gebieten südlich der Alpen verbreitet. Schließlich konnte auch die Altersstellung der Höhlenbärenreste durch einige Radiokarbondatierungen (Rabeder, Withalm & Wild (Stratigraphy and Chronology, p. 131 ff.) geklärt werden, sie stammen aus der Mittelwürm-Warmzeit.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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