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Katalog der mittelalterlichen Handschriften in Salzburg

Catalogue of medieval manuscripts in Salzburg

Gerold Hayer (ORCID: 0000-0003-3947-7589)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB181
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 16.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (70%); Geschichte, Archäologie (30%)

Keywords

    Documentation, Catalogue of medieval manuscripts, Medieval latin and german literature

Abstract

In dem vorliegenden Katalog wurden die kleineren Handschriftenbestände des Landes Salzburg katalogisiert, zu denen das Archiv der Stadt Salzburg, das Salzburger Landesarchiv, das Archiv der Erzdiözese Salzburg, die Bibliothek des Salzburg Museum und die Stiftsbibliothek und archiv Mattsee zählen. Der Katalog schließt damit an eine Reihe der bisher schon bearbeiteten größeren Sammlungen der deutschen Handschriften von St. Peter und der Universitätsbibliothek sowie der deutschen und lateinischen Handschriften des Stifts Michaelbeuern an. Die Mattseer Sammlung ist unter den Beständen, die in diesem Katalog beschrieben werden, mit 41 vorhandenen Handschriften die verhältnismäßig größte. In ihr sind vor allem Bücher, die der pastoralen Praxis dienten, Predigtsammlungen, Handbücher für die Seelsorge, Beicht- und Messtraktate aufbewahrt. Besondere Berücksichtigung finden Autoren der Wiener Universität, wie Heinrich Totting von Oyta, Nikolaus von Dinkelsbühl, Thomas Ebendorfer und Paulus Wann. Neben den Handschriften sind drei karolingische Fragmente von Bedeutung, deren spezifische Machart auf ein Mattseer Skriptorium im Frühmittelalter schließen lässt. Einen geringeren Grad an Geschlossenheit weisen die übrigen Handschriftensammlungen auf. Die 16 Handschriften des Archivs der Erzdiözese sind thematisch breitgestreut, eine Gruppe von vier juristischen Handschriften aus Italien bildet zumindest in Ansätzen einen thematischen Schwerpunkt. Deutsche Handschriften stammen ausnahmslos aus dem 16. Jahrhundert. Neben den Handschriften sind noch 68 Fragmente zum Großteil erstmalig beschrieben worden. 50 Fragmente haben liturgischen Inhalt, drei davon stammen aus dem 9. bzw. 11. Jahrhundert. Darüber hinaus gibt es die Entdeckung von vier Doppelblättern aus einem Codex discissus des zweiten Buchs der Dialogi Gregorius Magnus in deutscher Übersetzung zu vermelden. Sowohl das Archiv der Stadt Salzburg als auch das Landesarchiv bewahren in ihrem Handschriftenbestand so gut wie ausschließlich Stadt-, Landes- und Polizeiordnungen und Salzburger Chroniken aus dem 16. Jahrhundert. Im Landesarchiv gibt es darüber hinaus aber noch eine Sammlung von Archivalien abgelöster Fragmente, die nur in wenigen Fällen bereits bekannt waren. Zu den wichtigsten Funden zählen zwei Blätter der St. Georgener-Predigten, neun Blätter aus einem Codex discissus des Liber de exemplis et similitudinibus des Johannes a Sancto Geminiano und sieben Doppelblätter aus einem Codex discissus der Historia scholastica des Petrus Comestor bzw. Petrus Pictaviensis. Bemerkenswert ist auch der Fund eines Fragments der Altercatio Aecclesia contra Synagogam, das auf die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert und im süddeutschen Raum geschrieben wurde; bisher waren von diesem Text nur zwei Überlieferungsträger aus England aus dem 12. Jahrhundert bekannt. Im Salzburg Museum schließlich, das 39 Handschriften und drei Fragmente verwahrt, ist immerhin ein Kernbestand von 15 medizinischen Handschriften aus Oberitalien auszumachen, der schon im 15. Jahrhundert geschlossen im Besitz des Apothekers Zacharias Stewitz war und seit der Gründung des Museums als Museum Carolino-Augusteum dort verwahrt wird. Unter den deutschen Handschriften ist besonders eine bisher nicht bekannte deutsche Übersetzung von De occulta philosophia des Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim zu erwähnen. Die Fragmente sind für die germanistische Forschung von einiger Bedeutung: Bisher schon bekannt und bearbeitet waren ein Fragment von der Mitte des 13. Jahrhundert des Parzival Wolframs von Eschenbach und eine Fragment der Sächsischen Weltchronik. Ebenfalls schon bekannt, aber zwischenzeitlich verschollen und im Zuge der Katalogisierungsarbeiten wiedergefunden war ein Fragment der Weltchronik Heinrichs von München.

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