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Byzantinische Epigramme auf Stein

Byzantine epigrams on stone

Andreas Rhoby (ORCID: 0000-0001-6534-8102)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB202
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 16.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (85%)

Keywords

    Epigram, Poetry, Inscription, Epigraphy, Stone

Abstract

In Byzanz wurde das Genre Epigramm besonders geschätzt. Viele der byzantinischen Epigramme sind tatsächlich auch noch in situ als Inschriften erhalten. Ihre Aufarbeitung zum Ziel setzt sich das auf vier Bände angelegte Projekt Byzantinische Epigramme in inschriftlicher Überlieferung. Der dritte, bislang umfangreichste Band der Reihe ist byzantinischen Epigrammen auf Stein gewidmet. Aus dem im Rahmen des Projekts definierten Untersuchungszeitraum (600 n. Chr. 1500 n. Chr.) sind mehr als 300 aus Stein gearbeitete Epigramme überliefert. In der ausführlichen Einleitung sowie im gesamten Band wird auf die Bedeutung von metrischen Steininschriften für die byzantinische Kulturgeschichte hingewiesen. Auf Basis der Überlieferung können Steinepigramme in zwei große Gruppen unterteilt werden, nämlich Stifter- und Grabepigramme. Stifterepigramme sind entweder auf säkularen (v.a. Befestigungsanlagen von Städten wie Konstantinopel und Nikaia) und sakralen Bauwerken (Kirchen, Klostergebäuden) angebracht. Hier wie dort dienten Epigramme nicht nur der Information über den Akt der Stiftung, sondern waren auch ein Mittel der Selbstrepräsentation der Stifter, d.h. vor allem des Kaisers und der Aristokratie. Auch in Grabepigrammen wird auf die Präsentation des bzw. der Verstorbenen großer Wert gelegt. Dabei handelt es sich um Texte, die nur wenige Verse umfassen bishin zu Epitaphien, die sich aus Dutzenden Zeilen zusammensetzen. Letztere sind höchst rhetorische Produkte, in denen auf gekonnte Weise die Leistungen des Verstorbenen gerühmt werden und sein Tod bedauert wird. Wer es sich leisten konnte, beauftragte einen begabten Dichter für die Komposition eines Epigramms. Im vorliegenden Band wird daher auch intensiv auf Fragen der Metrik, Prosodie und Sprache sowie auf Aspekte des Verhältnisses Auftraggeber-Autor eingegangen. Das verwendete Versmaß ist der byzantinische Zwölfsilber, das Metrum par excellence für das Verfassen byzantinischer Epigramme. Besondere Inschriften, z.B. jene Stifterinschrift auf der äußeren Fassade der Kirche von Skripu in Orchomenos (9. Jh.), sind aber auch im Hexameter abgefasst. Dieses Versmaß war vermutlich nur für die wenigsten Betrachter und Leser verständlich, doch gerade die Inschrift von Skripu zeigt, dass durch bestimmte Signalwörter auch den nur mangelhaft Alphabetisierten der Inhalt näher gebracht werden konnte. Der Hauptteil der Arbeit ist der kritischen Edition der mehr als 300 Epigramme, deren deutscher Übersetzung und dem philologisch-sprachlichen sowie historisch-realienkundlichen Kommentar gewidmet; auf paläographische Fragen hinsichtlich der zeitlichen Einordnungen der Epigramme wird ebenso eingegangen. Zur optischen Veranschaulichung sind fast alle behandelten Epigramme auch bildlich in einem Tafelteil (Farbe und Schwarzweiß) dokumentiert. Auch im vorliegenden dritten Band der Reihe wird auf die Omnipräsenz inschriftlicher Epigramme in Byzanz hingewiesen und die lang unterschätzte Bedeutung von Inschriften für die byzantinische Kultur unterstrichen.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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