Sport und Recht in der Antike
Sports and Law in Antiquity
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Rechtswissenschaften (50%)
Keywords
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Ancient Greece,
Ancient Rome,
Ancient Sports,
Late Antiquity,
Ancient Law
Das zweite Wiener Kolloquium zur Antiken Rechtsgeschichte widmete sich den rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der sportlichen und musischen Wettkämpfe des klassischen Altertums. Der zeitliche Rahmen erstreckte sich von der Archaik bis in die Spätantike (8. Jh. v.Chr. 6. Jh. n.Chr.). Das Regelwerk der Agone, ihre Finanzierung sowohl aus öffentlichen Mitteln wie auch aus privaten Zuwendungen vermögender Sponsoren und die Ausbildung der Sportler bildeten einen ersten Schwerpunkt. Siegespreise und Privilegien, die den sozialen Status von Sportlern und insbesondere Wettkampfsiegern bestimmten und für die Attraktivität der Agone ausschlaggebend waren, standen im Mittelpunkt weiterer Beiträge. Derartige Fragen waren stets Gegenstand einer Sportpolitik, die unter den kleinräumigen Gegebenheiten der klassischen griechischen Stadtstaaten anderen Spielregeln folgte als etwa im Imperium Romanum, wo der Kaiser versuchte uniforme, reichsweite Bestimmungen durchzusetzen. Unterschiede im Konzept von Sport und Wettkampf bei Griechen und Römern wurden aufgespürt und unter anderem anhand der Gladiatorenspiele als einem spezifisch römischem Sonderfall illustriert. Ein weiterer Aspekt war der Blick auf das Ende der klassischen griechischen Agonistik aus der römischen Perspektive: Das christlich gewordene Kaisertum duldete die heidnischen Agone nicht mehr, entwickelte aber gleichzeitig mit den spätantiken Zirkusspielen und ihren Wagenrennen und Tierhatzen neue Formen des Wettkampfs und der Volksbelustigung. Inhaltsverzeichnis: Ingomar WEILER (Graz) Korruption und Kontrolle in der antiken Agonistik Arlette NEUMANN-HARTMANN (Fribourg) Organisation sportlicher Agone und Teilnehmerfeld im 6. und 5.Jh. v. Chr. Sven GÜNTHER (Bielefeld) Franziska WEISE (Köln) Zwischen aristokratischem Führungsanspruch und demokratischem Gleichheitsideal: Überlegungen zur Gymnasiarchie im 5./4. Jahrhundert v. Chr. Gwenola COGAN (Paris) De la reconnaissance des concours des cités grecques au IV e s. av. J.-C., ou la question d`un droit grecque international Julia TAITA (Mailand) Quando Zeus deve far quadrare il bilancio. Osservazioni sul tesoro del santuario di Olimpia Sophia ANEZIRI (Athen) Stiftungen für sportliche und musische Agone Loredana CAPPELLETTI (Wien) Die Finanzierung von Spielen in Italien und Hispanien gemäß den lokalen Stadtgesetzen (1. Jh. v. Chr. 1. Jh. n. Chr.) Sophia ZOUMBAKI (Athen) Römer und die griechischen Agone: Einstellung und Teilnahme Jörg FÜNDLING (Aachen) Vom Wettkampfreglement zur sozialen Grenzziehung durch ritualisierte Gewalt Überlegungen zu Hadrians erstem Brief aus Alexandreia Troas Éva JAKAB (Szeged) Sponsoren und Athleten im römischen Recht: Das Ausbildungsdarlehen der Athleten? Richard GAMAUF (Wien) Pro virtute certamen: Zur Bedeutung des Sports und von Wettkämpfen im klassischen römischen Recht Christian WALLNER (Klagenfurt) Obsonia und vacatio munerum: Zu Änderungen bei den Privilegien für Athleten und Techniten im 3. Jahrhundert n. Chr. Sofie REMIJSEN (Mannheim) The Imperial Policy on Athletic Games in Late Antiquity Christoph EBNER (Wien) Das Ende der heidnischen Gladiatorenspiele