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Karl Kraus und Peter Altenberg - Eine Typologie

Karl Kraus und Peter Altenberg - A Typology

Simon Ganahl (ORCID: 0000-0003-4901-4051)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB230
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 16.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (25%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)

Keywords

    Karl Kraus, Peter Altenberg, Third Walpurgis Night, Prodomos, Typology

Abstract

Die Monografie erforscht die modernen Haltungen, die sich in den Texten "Dritte Walpurgisnacht" von Karl Kraus (1874-1936) und "Prodromos" von Peter Altenberg (1859-1919) ausdrücken. Im Anschluss an Foucaults Verfahren der Diskursanalyse und sein Konzept der Selbstpraxis wird die Frage untersucht, mit welchem Typus von Subjekt und Wahrheit die literarischen Werke jene Strukturen des Sagbaren aufbrechen, in denen sie historisch verankert sind. Das Ergebnis ist kein biografischer oder philologischer Vergleich, sondern der Erfahrungsbericht einer performativen Lektüre, die den archäologischen Schnitt und die genealogische Linie der Schriften nachvollzieht. Bei der "Dritten Walpurgisnacht" handelt es sich um den Versuch einer Urteilsbildung im Sinn der kantschen Erkenntnislehre: Was konnte man 1933 in Wien über die nationalsozialistische Machtergreifung wahrnehmen, wenn man Zeitungen las, Radio hörte und ins Kino ging? Die Analysen der leitmotivischen Diskurse zur Schutzhaft, zur Zweiten Revolution und zum deutsch- österreichischen Konflikt führen den Hintergrund der Kritik von K. K. vor Augen, wonach die Massenmedien als Erweiterungen der Sinnesorgane die Vorstellungskraft zerstören. Im Fall von "Prodromos" bezieht sich die Archäologie auf das Wissen der Lebensreform, der Hygiene, der Reklame und des Stummfilms, während die Genealogie an Kierkegaards Wahrheitsbegriff, Nietzsches Theatralisierung und die antike Diätetik anknüpft. P. A. spiegelt den Markt der Existenzweisen, wie er im Jahr 1905 erscheint, ohne sich auf eine Identität festzulegen: Sein Essayismus sucht jene Rollen, die das Leben stärken, und findet überall Quellen der Lust. Ein abschließender Dialog verdichtet die Haltungen der beiden Typen und vertraut den Lesern die ethische Aufgabe der Aktualisierung an.

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