ALBUM. ORGANISATIONSFORM NARRATIVER KOHÄRENZ
ALBUM. ORANIZING FORM OF NARATIVE COHERENCY
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Kunstwissenschaften (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
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Transnational Contemporary Litera,
Collecting Book,
Communication Network,
Portable Archive,
Materiality,
Spectrum of Narrative Strategies
Die zweiundzwanzig Beiträge des interdisziplinären und transnationalen Bandes erforschen die materielle, symbolische und ästhetische Dimension von Alben unter kultur-, literatur- und medienwissenschaftlichen Fragestellungen. Die Selbständige Publikation vereinigt die Perspektiven aus Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Romanistik, Slawistik, Kunstgeschichte, Archivwesen, Filmwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie zu einer Auseinandersetzung mit einem Netzwerkmedium von hohem kultur- literatur- und medienwissenschaftlichen Interesse. Die Ausgangsüberlegung aller im Band versammelten Beiträge ist, dass das Album mit seinen Inskriptionen und seiner nonverbalen Semantik der Dinge prinzipiell alle anderen medialen und kulturellen Formen integrieren, repräsentieren, und symbolisch verarbeiten kann. Der springende Punkt des aktuellen Interesses ist die Figur der Vernetzung, die die unterschiedlichsten Gegenstandsbereiche unter dem Dach des Albums zusammenführt: Repräsentation, Materialität und Dingkultur, Migration und Gedächtnis, Mobilität, Interkulturalität und Gemeinschaftsbildung, Freundschaftsdiskurse, Familiengeschichte und Generationenerzählung sowie transmediale Experimente mit der Umschmelzung von Gattungen und Formen. Das Album transformiert alles in ein kohärentes ästhetisches System. Diese potentielle Vielfalt teilt sich in der vorliegenden Selbständigen Publikation unter folgende Gliederungspunkte: 1. Transformationen des Albums. Das Interesse des ersten Teils gilt der produktiven Auseinandersetzung mit albenhaften Strategien polymedialen Erzählens in der Literatur, in der Kunst und im Film. Die Idee des Albums verbindet sich mit einer gesteigerten Aufmerksamkeit auf das Zeigepotential, die Materialität und die Organisationsform von Alben. 2. Migrierendes Gedächtnis - portatives Museum - Gegenarchiv. Die Frage nach dem Album als einem Gegenarchiv verbindet sich im zweiten Teil mit der Frage nach der Möglichkeit von Gedächtnis und Erinnern unter den Bedingungen kultureller Krisen. Nicht zufällig steht auch der aktuelle Rückgriff auf das Album im Kontext von Enteignungs- und Vertreibungskatastrophen, in denen das Album die Funktion eines portativen Archivs übernimmt. 3. Album Amicorum - Gruppenkonstitution - Netzwerke. Neben Ästhetik und Memorialfunktion ist die Konstitution von Gruppen über große Räume hinweg der entscheidende Punkt albenhafter Erzählverfahren. Das Einschreibemedium ist an viele adressiert und hält für eine Vielzahl von Inskribenten ein großes Spektrum an Formen bereit. Der dritte Teil des Buches widmet sich daher dem Album als einem gruppen- und netzwerkkonstituierendem Medium in seinen historischen Wandlungen und kulturellen Einflüssen. 4. Lesarten: Alben und albenhafte Verfahren in der Philosophie und in den Künsten. Die Vielzahl der medialen Formen, die sich in einem Album ästhetisch verkoppeln, bedarf besonderer Lektüre- und Visualisierungsstrategien. Diese werden anhand von herausragenden Objekten und ungewöhnlichen Formaten (begehbares Tapetenalbum) vorgestellt. Eröffnet werden die wissenschaftlichen Beiträge durch einen Essay des Fotografen und erfolgreichen Initiators internationaler Kunstprojekte, Alexander von Reiswitz, dessen Family Constellation Project das konstellative Prinzip des Albums in erfundenen Familienalben in Szene setzt.