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Der jüdisch-christliche Dialog veränderte die Theologie

The Jewish-Christian Dialogue as it changed Theology

Irmtraud Fischer (ORCID: 0000-0002-1971-1414)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB293
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 16.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (80%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)

Keywords

    Judeo-Christian Dialogue, Christian Exegesis, Christian theology after 1945, Old Testament Studies, Jewish Studies, Ecumenical Theology

Abstract

Die Publikation veröffentlicht eine interdisziplinäre, hochkarätig besetzte Tagung, die im Kontext eines FWF-Projektes, das unter der Leitung von Irmtraud Fischer jüdisch-christliche Bibelwochen in Österreich und Deutschland nach 1945 und den Einfluss des Dialogs auf die theologischen Wissenschaften erforscht, im April 2014 an der Universität Graz stattfand. In der Publikation folgen evangelische, katholische und jüdische Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen theologischen Fachrichtungen wie der alt- und neutestamentlichen Bibelwissenschaft, der Liturgiewissenschaft, der feministischen und systematischen Theologie sowie der Judaistik dem nach 1945 in der christlichen Theologie einsetzenden Wandel in Bezug auf Judentum und Hebräische Bibel, dem zweifelsohne die Qualität eines Paradigmenwechsels zukommt. Der Band vereint folgende Beiträge: I. Judaistische Perspektiven: Günter Stemberger widmet sich den historischen Vorläufern einer jüdisch-christlichen Begegnung. Gerhard Langer wirft einige Blitzlichter auf jene Aspekte der jüdisch- christlichen Interaktion, die im Kontext der quellenorientierten judaistischen Forschung diskutiert werden. Johann Maier beleuchtet das biblische Textkorpus im Lichte des jüdischen Verständnisses. II. Bibelwissenschaftliche Perspektiven: Erhard Blum geht drei Variationen christlich-exegetischer Konzeptionen eines postulierten Endes der Geschichte Israels nach. Gerlinde Baumann setzt am Beispiel der Bibelhermeneutik und an der Frage nach dem Gottesbild vertiefende Analysen an. Johannes Marböck skizziert persönliche Erfahrungen seines Umgangs mit dem Alten Testament bis hin zur Erkenntnis des bleibenden Eigenwerts der Bibel Israels. Marie Theres Wacker geht den Stationen ihrer Hinwendung zu jüdisch-christlichen Themen nach, die v. a. in der Auseinandersetzung mit christlich-feministischem Antijudaismus ihren Ausdruck fand. In Bezug auf die Auslegung des Neuen Testaments plädiert Klaus Wengst für eine uneingeschränkte Wahrnehmung der neutestamentlichen Schriften in ihrem jüdischen Entstehungszusammenhang. Hubert Frankemölle rekapituliert ein vielfältiges Ineinander verschiedener persönlicher Erfahrungsebenen zum jüdisch-christlichen Gespräch aus fünf Jahrzehnten. III. Liturgiewissenschaftliche Perspektiven: Peter Ebenbauer geht den liturgischen Reformen im Gefolge des II. Vatikanums nach, und Albert Gerhards unterzieht die 2013 erschienene Neuausgabe des katholischen Gebets- und Gesangsbuchs Gotteslob einer kritischen Analyse. IV. Systematisch-ökumenische Perspektiven: Bertold Klappert wirft die Frage auf, ob und in welcher Weise sich in der Systematischen Theologie eine tief greifende Veränderung im Sinne einer ökumenisch-theologischen Neupositionierung gegenüber Israel vollzogen habe. Der Suche nach dem Vorkommen des Judentums in Äußerungen der ökumenischen Theologie widmet sich Hans Hermann Henrix. Simon Lauer spannt aus jüdischer Sicht einen weiten zeitlichen und inhaltlichen Bogen von der christlichen, insbesondere protestantischen Exegese des 19. Jahrhunderts bis hin zum Apostolischen Schreiben Verbum Domini. Den jüngsten dogmatischen Entwicklungen in der Katholischen Kirche ist der Beitrag von Josef Wohlmuth gewidmet: Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus. Der Sammelband bietet wertvolle Zeitzeugendokumente und ist gleichzeitig ein Stück reflektierter Theologiegeschichte, die den Paradigmenwechsel von antijüdischer Polemik zu respektvollem Dialog mit dem Judentum nachzeichnet.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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