Tell el-Dab´a. "Der Mund der beiden Wege"
Tell el-Dab´a. "Der Mund der beiden Wege"
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
-
Egyptian Archaeology,
Temple,
Middle Kingdom,
Dynasty 12,
Settlement,
Pottery
Bei dem vorliegenden Manuskript Der Mund der beiden Wege. Die Siedlung und der Tempelbezirk des Mittleren Reiches von Ezbet Ruschdi handelt es sich um die vollständige und abschließende Publikation der Grabungsergebnisse des ÖAI-Kairo an einem Grabungsplatz (genannt R/I) in der Nähe des Dorfes Ezbet Ruschdi im archäologischen Areal von Tell el-Daba im ägyptischen Ostdelta. Im Jahr 1996 waren dort in 2 Kampagnen die Reste einer Siedlung der 12. Dynastie aufgedeckt worden, die von den Resten eines Heiligtums (Tempelbezirks) überlagert waren. Während der Tempel durch eine ältere ägyptische Grabung bereits bekannt war, handelte es sich bei der Siedlung und den Tempelnebengebäuden um eine Neuentdeckung. Durch die Nachuntersuchung wurde es möglich, die Architektur und Gesamtanlage des Tempels sehr viel besser zu verstehen, durch die Aufdeckung der Nebengebäude und der für den Tempelbau eingeebneten Siedlungsreste war einerseits eine Kontextualisierung innerhalb der archäologischen Landschaft von Tell el-Daba, andererseits auch eine stratigraphische Einbettung möglich. Der neue verbesserte Plan des Tempels liefert eines der wenigen Beispiele für ein monumentales Heiligtum des Mittleren Reiches in Ziegelbauweise, die aufgedeckten Siedlungsstrukturen für die Zivilarchitektur, den Städtebau und die Genese der später an diesem Ort sich erstreckenden Großstädte Avaris und Piramesse. Die umfangreiche Kollektion an Keramikfunden zählt zu den größten aus der 12. Dynastie bekannten und hat zur Erforschung der Karamikentwicklung in dieser Epoche maßgeblich beigetragen. Die Publikation des gesamten Fundgutes (Keramik, Silices, Metallgeräte, fragmentarische Statuen und Reliefs etc.) in Typologien und Kontexten, zusammen mit einer detaillierten Aufnahme aller angetroffenen Baurelikte (inklusive Rekonstruktionen) schaffen ein intensives und in dieser Vollständigkeit bisher noch kaum dagewesenes Bild einer städtischen Struktur und eines Tempelbezirks der 12. Dynastie in der ägyptischen Provinz. Die Vorlage erfolgt in 2 Bänden (1: Text; 2: Abbildungen) und enthält auch Pläne und Profilzeichnungen.