Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (90%); Soziologie (10%)
Keywords
Instrumental Teaching,
Music Education,
Music School,
Qualitative Research,
Informal Learning
Abstract
Die qualitative Studie Musiklernwelten erkennen und gestalten untersuchte die musikalischen
Vermittlungspraktiken und die musikpädagogischen Grundsätze von Musikschullehrern in Österreich.
Die Untersuchung wurde als qualitative Vergleichsstudie nach der Grounded-Theory-Methodologie
angelegt. Die Theorie des formalen/informellen (Musik-)Lernens fungierte dabei als sensibilisierendes
Konzept. Durch theoretisches Sampling konnten Interviewpartner gefunden werden, die im
verschiedenen Ausmaß und auf unterschiedliche Weise künstlerisch und musikpädagogisch tätig sind.
Schließlich wurde eine gegenstandsverankerte Theorie der Musikschularbeit entwickelt.
Diese Theorie lässt sich mit den folgenden zwei Thesen zusammenfassen:
1. Musikschularbeit heißt, musikalische Praktiken als Musiklernwelten zu erkennen und zu gestalten
bzw. mitzugestalten.
Musikschularbeit heißt nicht nur, Musik zu unterrichten, sondern sich musikalischer Praktiken
gewahr zu sein sie als Lernwelten zu erkennen , sie zu gestalten bzw. mitzugestalten und sie im
Sinne der musikalischen Entwicklung der Schüler zu nutzen. Die Praktiken der Musikschularbeit
lassen sich in vier Musiklernwelten unterteilen: die Lernwelten (1) des Unterrichts, (2) der
Ensembles, (3) der Auftritte und (4) des Privaten.
2. Das Erkennen und das Gestalten von Musiklernwelten hängen unmittelbar mit Zielvorstellungen
zusammen: mit Vorstellungen vom Phänomen Musik und mit den darausfolgenden Zieldefinitionen
der musikpädagogischen Arbeit in der Musikschule.
Der Umgang von Musikschullehrern mit den Lernwelten ist auf ihre Zieldefinitionen der
Musikschularbeit zurückzuführen, die ihrerseits mit Vorstellungen des Phänomens Musik
zusammenhängen. Die Ziele der Befragten lassen sich in drei Gruppen unterteilen:
die Aneignung von musikalischem Können, musikalischem Wissen und musikalischem
Verständnis,
das Erleben der Wirkungen und Funktionen von Musik
und die Partizipation in musikalischen communities of practice.