Dogface Soldiers. US-Infanterie im europäischen 2. Weltkrieg
Dogface Soldiers. US-Infantry in Europe in World War II
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (25%); Andere Sozialwissenschaften (25%); Geschichte, Archäologie (50%)
Keywords
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World War II,
Army of the United States,
Combat Infantry,
Bill Mauldin,
Cultural Studies,
European Theater of Operations
Als die deutsche Wehrmacht im Rahmen ihres Westfeldzuges Frankreich im Sommer 1940 mit rund einhundert Infanterie- und zehn Panzerdivisionen überrollte, verzeichnete das Register der amerikanischen Army Ground Forces zwei aktive Divisionen auf dem Boden der kontinentalen USA. Die noch berittene 1st Calvalry Division auf Patrouille an der texanischen Grenze zu Mexiko, und die ebenfalls im Lone Star State liegende 2nd Infantry Division. Zusammen zählten diese beiden Divisionen weniger als dreißigtausend Mann in ihren Reihen. Als Generaloberst Jodl, Hitlers Operationsoffizier im Oberkommando der Wehrmacht, in den frühen Morgenstunden des 7. Mai 1945 in einem Schulgebäude in Reims die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Wehrmachtsteile im Norden und Westen Europas unterfertigte, zählten die amerikanischen Teile von Eisenhowers Allied Expeditionary Forces 2,6 Millionen Bodentruppen auf dem europäischen Festland und noch einmal vierhunderttausend in Großbritannien. Dogface Soldiers erzählt die politischen, sozialen, militärischen, logistischen und kulturellen Geschichten der Kreation dieser Armee von Citizen Soldiers, bevor es sich en detail den spezifischen, distinktiven und bis dato nicht in vollem Umfang erarbeiteten Realitäten am sogenannten sharp end dieser imposanten Militärmaschinerie widmet, der Genese und dem Habitat der titelgebenden Dogface Soldiers. Sie waren es, die mit der essentiellen Kernaufgabe jeder Armee zu Kriegszeiten betraut waren, nämlich sich in die direkte Umgebung des Feindes zu begeben, ins Zentrum der sogenannten Killing Zones, und dort seine physische Zerstörung zu suchen. Ihre einmalige historische Signifikanz ziehen die Dogface Soldiers aus der Tatsache, dass sie einerseits eine klare quantitative Minderheit innerhalb der US-Streitkräfteorganisation darstellten, andererseits aber den überwiegenden Großteil der infernalischen Auswirkungen industrialisierten Krieges erleiden mussten und den signifikanten Implikationen, die sich daraus in Bezug auf die öffentliche Rezeption und Verortung des Zweiten Weltkriegs im populären Narrativ amerikanischer Geschichte ergeben. Den roten Faden im Narrativ des zweiten Teils dieser Studie und den analytischen Kern der Geschichte vom Leben und Sterben in den Killing Zones, bilden dreizehn exemplarische Grafiken des zweifachen Pulitzerpreisträgers, Infanteriesoldaten und Bürgerrechtsaktivisten Bill Mauldin, dessen beindruckendes uvre aus den Jahren 1943 bis 1945 zu den authentischsten Quellen zur Realität des Krieges im Allgemeinen zählt.