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Der sogenannte "Antiquus Austriacus"

The so-called "Antiquus Austriacus"

Doris Marth (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/PUB336
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Antiquus Austriacus, Manuscript Tradition, Roman inscriptions of Austria, Auctores antiquissimi, Humanism, Johannes Fuchsmag(en)

Abstract

Die vorliegende Studie widmet sich den sogenannten auctores antiquissimi, d.h. jenen Gelehrten, die in ihren Handschriften bzw. frühen Drucken römerzeitliche Inschriften aus dem österreichischen Raum überliefern. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den ältesten auctores - antiquissimi im eigentlichen Sinn - und damit im ausgehenden 15. und ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Den geographischen Schwerpunkt bildet die Provinz Noricum, die einen Großteil des heutigen österreichischen Staatsgebietes, den bayerischen Chiemgau und Teile des nördlichen Slowenien umfasste. Nach der Untersuchung der beiden ältesten (mittelalterlichen) Abschriften zweier norischer Inschriften und einem Blick auf den italienischen Humanismus und seine Vorbildwirkung sowie Ausbreitung auf den Ostalpenraum steht die Phase des Aufschwungs altertumskundlicher Forschung unter Kaiser Maximilian I. im Mittelpunkt. Es wird insbesondere erforscht, welche Humanisten den römerzeitlichen Inschriften nicht nur Interesse entgegengebracht, sondern auch deren Texte vor Ort selbst abgeschrieben bzw. derartige Abschriften (von Zeitgenossen oder anderen Quellen) gesammelt haben. Hintergrund für diese Aufgabenstellung bildet die Frage, ob der sog. Antiquus Austriacus - nach Theodor Mommsen der älteste, unbekannte Sammler norischer Inschriften - tatsächlich mit dem in Wien tätigen slowenischen Humanisten Augustinus Prygl Tyfernus zu identifizieren ist, wie bisher mehrfach vermutet wurde. Die neuerliche Untersuchung von Augustinus Inschriftensammlung, die in Form von zwei handschriftlichen Kopien erhalten geblieben ist, eröffnet die Möglichkeit, dass der kaiserliche Rat Johannes Fuchsmagen mit der Entstehung dieser Abschriften in Verbindung zu bringen ist; ihm kann zudem grundlegendes Interesse für Inschriftentexte und römerzeitliche Originale nachgewiesen werden. Die Analyse von zwei bisher wenig beachteten inhaltlich relevanten Handschriften aus der Österreichischen bzw. der Tschechischen Nationalbibliothek erbringt schließlich aufschlussreiche Ergebnisse. Es zeigt sich nicht nur, dass die Wiener Handschrift (neben einer in der vorliegenden Arbeit identifizierten italienischen Sammlung) das Register der auf Pergament geschriebenen Prager Inschriftensammlung enthält, sondern auch, dass Fuchsmagen mit der Entstehung dieser sorgfältig ausgeführten Handschrift in engstem Zusammenhang steht. Diese kann damit auch genauer datiert und berechtigterweise als Fuchsmagen-Sammlung bezeichnet werden. Die Prager Handschrift enthält zudem als einzige bisher bekannte Sammlung sämtliche Inschriftentexte, deren Erstabschrift nach Mommsen vom sog. Antiquus Austriacus stammt, sowie all jene Denkmäler, die später zu seiner Sammlung gekommen sein sollen. Dadurch kann sie bestens mit den anderen relevanten Sammelwerken von Peutinger, Choler und Apianus/Amantius vergleichen werden, was neue, grundlegendere Aussagen zu dieser Antiquus-Austriacus-Sammlung ermöglicht. In Verbindung mit weiteren Untersuchungsergebnissen zu Johannes Fuchsmagen ist schließlich die Schlussfolgerung unumgänglich, dass sich hinter der rekonstruierten Bezeichnung Antiquus Austriacus seine Sammeltätigkeit verbergen muss, bei der er auch auf sein großes humanistisches Netzwerk zurückgreifen konnte. Es lässt sich überdies zeigen, dass die Fuchsmagen-Sammlung für das 1534 gedruckte Inschriftenwerk von Apianus/Amantius als Vorarbeit und Hauptquelle für den österreichischen Raum diente.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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