Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (40%); Geschichte, Archäologie (60%)
Keywords
Ephesos,
Roman Architecture,
Asia Minor,
Temple of Hadrian,
Architctural History
Abstract
Die Publikation zum Hadrianstempel an der Kuretenstraße in Ephesos stellt die erste
umfassende Vorlage dieses für die römische Architektur Kleinasiens so bedeutenden
Monuments dar. Der kleine Tempel an einer der Hauptdurchzugsstraßen von Ephesos wurde
vermutlich in den Jahren 117/118 n. Chr. vom P. Quintilius Valens Varius, seiner Frau und
seiner Tochter errichtet. Die Deutung und Funktion des Bauwerks war bislang jedoch stark
umstritten. Die ursprüngliche Interpretation durch den Ausgräber Franz Milter als Neokorie-
Tempel als als zentraler Ort der Kaiserverehrung in der Provinz Asia für den Kaiser
Hadrian stieß bereits seit den 1970er Jahren in der Forschung auf einhellige Ablehnung. Eine
allgemein akzeptierte Alternative konnte sich hingegen nicht etablieren. Deshalb wurde mit
finanzieller Unterstütztung des FWF in den Jahren von 2009 bis 2012 am Österreichischen
Archäologischen Institut ein Forschungsprojekt zum Hadrianstempel durchgeführt.
Basierend auf einer neuen Untersuchung des Monuments werden die Ergebnisse zur
Bauforschung, Inschriften sowie der architektonischen und figürlichen Dekoration des
Tempels verknüpft. Diese Untersuchungen gestatten es jetzt, den Tempel in die Nähe des
Artemis-Kultes mit seinen regelmäßigen kultischen Prozessionen durch das ephesische
Stadtgebiet zu rücken.
Ziel der Untersuchung des Bauwerks war auch eine umfassende Erforschung seiner
Geschichte von der Antike bis in die heutige Zeit. Neben einer Analyse des spätantiken
Bauzustandes zählt deshalb auch eine wissenschaftliche Untersuchung des in den 1950er
Jahren erfolgten Wiederaufbaus zum Publikationskonzept. Der Tempel an der Kuretensraße
zählt zu den ältesten wiedererrichteten antiken Monumenten der Türkei und die seither
aufgetretenen Schäden erlauben wichtige Einblicke zu konservatorischen Problemen und
Schadbildern, die als Folge derartiger Projekte auch an anderen Bauten auftreten können.