Subkulturen und Soziale Welten der Erwachsenenbildung
The Subcultures and Social Worlds of Adult Education
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (85%); Soziologie (15%)
Keywords
-
Adult Education,
Subcultures,
Profession,
Occupation,
Social Worlds,
Theoretical Framework
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Berufstätigkeit in der Erwachsenenbildung (z.B. als Trainer/in, Berater/in oder als Bildungsmanager/in) als Beruf, bzw. als Profession gelten kann. Sie ist eingebettet in seit etwa 100 Jahre bestehende Bestrebungen der Berufstätigen sich zu professionalisieren. Professionen haben typische Merkmale in ihrer Berufsausübung. Als klassische Professionen gelten zum Beispiel Jurist/innen und Ärzt/innen. Professionen heute unterliegen jedoch raschen Veränderungen. In der Erwachsenenbildungsforschung wurden diese Veränderungen bislang zu wenig berücksichtigt. Diese Überlegungen führten dazu, ein neues Konzept von Profession zu entwerfen. Das neue Modell kann sowohl Berufstätigen als auch der Forschung als Orientierung dienen. Das entwickelte Konzept beinhaltet Merkmale klassischer Professionen, wie ein definiertes Berufsbild oder eine Standesvertretung, dies jedoch in abgeschwächter Form. Gleichzeitig integriert das Konzept neu auftretende individuelle Erscheinungsformen. Gerade in der Erwachsenenbildung, die sehr bunt ist, da sie von innerbetrieblicher Weiterbildung über Kurse für Arbeitslose bis zu Volkshochschulkursen reicht, braucht es ein offenes Konzept. Bislang hat die Erwachsenenbildungsforschung feststellen müssen, dass die Ausbildungen, Tätigkeiten und Arbeitsverhältnisse von Erwachsenenbildner/innen zu unterschiedlich sind, um sie als Profession fassen zu können. Das erarbeitete Professionskonzept ermöglicht nun, Erwachsenenbildung als Profession zu fassen. Die Dissertation greift auch die bestehenden Unterschiede in der Berufstätigkeit von Erwachsenenbildner/innen auf. Zwei Untersuchungszugänge zur Beschreibung unterschiedlicher Berufsverhältnisse werden erarbeitet: (1) Professionsspezifische Subkulturen und (2) Soziale Welten innerhalb sogenannter Arenen. Auf Basis dieser Theoriearbeit können Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Subgruppen von Erwachsenenbildner/innen erfasst werden. Aber auch die Unterschiede, welche ein Hindernis für gemeinsame Professionalisierung sind, werden sichtbar. Das Besondere an der Arbeit ist das genaue Aufarbeiten und Importieren sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorien und Methoden in die Erwachsenenbildungsforschung. Die vorliegenden Erkenntnisse bieten neue Systematisierungen für die Forschung. Neu sind das entwickelte Professionskonzept und die beiden Untersuchungszugänge, mit denen die beruflichen Subgruppen von Erwachsenenbildner/innen beschrieben werden können. Nebenbei können die erarbeiteten Konzepte auch Orientierung für andere Berufsbereiche geben, denn viele andere berufliche Gruppen, wie z.B. Sozialarbeiter, Krankenpflege und Kindergärtner/innen, stehen vor einer ähnlichen Situation und wollen sich professionalisieren.