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Über die Produktion von Tönen

On the production of sounds

Georg Schinko (ORCID: 0000-0001-5269-3839)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB548
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Soziologie (80%); Wirtschaftswissenschaften (20%)

Keywords

    Labour, Music-making, Austria, History, Life writings, 20th century

Abstract

Die moderne Arbeit ist geprägt von Vorstellungen und Anforderungen, die nicht gänzlich neu sind. Vieles deutet darauf hin, dass wesentliche Elemente der modernen Arbeit etwa die Bedeutung von Berufsarbeit oder die sozialstaatliche Absicherung von Lohnarbeit bereits auf Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Maßgebliche Ereignisse wie der Ausbau öffentlicher Arbeitsämter oder das Aufkommen von Berufsberatungen wurden bereits eingehend untersucht. Noch wenig untersucht wurden allerdings die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf ganz konkrete Arbeitstätigkeiten in relativ kurzen Zeiträumen. Die vorliegende Untersuchung zeigt die Beziehungen zwischen Arbeiten und Musizieren in einem Zeitraum, der von den beschriebenen Umwälzungen des Arbeitens geprägt war, zwischen 1918 und 1938. Musizieren ist eine Tätigkeit, die bislang von der Arbeitsgeschichtsschreibung nur wenig beachtet wurde, obwohl seine vielfältigen Ausprägungen als Lohnarbeit, als eigene Unterhaltung, als Beschäftigung für AmateurInnen es dafür bestens geeignet machen. Darüber hinaus beschränkten sich bisherige Untersuchungen von Musizieren stets auf ganz spezifische Gruppen von MusikerInnen, wie etwa OrchestermusikerInnen, StraßenmusikerInnen oder herumziehende VolksmusikerInnen. Im Gegensatz dazu bezieht diese Untersuchung ganz unterschiedliche Arten des Musizierens in einem arbeitsgeschichtlichen Kontext aufeinander und kann so neue Erkenntnisse liefern. In der Untersuchung werden die wesentlichen Kategorien herausgearbeitet, nach denen Musizieren als Arbeit und Nicht-Arbeit in Österreich zwischen 1918 und 1938 praktiziert wurde. Kernstück der Untersuchung ist ein systematischer Vergleich lebensgeschichtlicher Erzählungen von Musizierenden, wobei auch eine Vielzahl an anderen Quellen wie arbeitsgerichtliche Entscheidungen oder Druckwerke von Musikergewerkschaften herangezogen wurden. Dabei zeigte sich, dass vor allem die Frage nach dem Kunstcharakter des Musizierens wie auch die Frage nach der Berufsförmigkeit des Musizierens ganz wesentlich dafür waren, als wie legitim Musizieren wahrgenommen wurde. Aus der Kombination dieser Kategorien lassen sich verschiedene wirkmächtige Arten zu musizieren identifizieren. Wesentliche Unterschiede bestehen etwa zwischen dem ernsthaften Studium, in dem die Maxime Ein Leben nur für die Musik galt, und dem Gelegenheitsmusizieren, in dem mehr oder weniger planlos musiziert wurde, wann es sich gerade ergab. Mithilfe dieser und anderer zentralen Kategorien wird eine Neuinterpretation sowohl musikalischer als auch arbeitsgeschichtlicher Entwicklungen der österreichischen Zwischenkriegszeit möglich.

Forschungsstätte(n)
  • Stadt Wien - 100%

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