Fischen und Fischergespräche und Anderes von Hektorovic
Fishing and fishermens´s conversations and other
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (90%)
Keywords
-
Humanism,
Renaissance,
Hektorovic,
Literature,
Dalmatia,
Hvar
Petar Hektorovic (1487-1572) war ein Humanist, Bauherr und Mitbegründer der kroatischen Literatur. In seiner demokratischen, sozialen Haltung und künstlerischen Innovativität steht er uns unter diesen Autoren wohl am nächsten. Das Wort demokratisch, meint hier die Hochschätzung der dalmatinischen, slavisch sprechenden, breiten Bevölkerung, in welcher Hektorovic das Repositorium einer bewahrenswerten Kultur, sowie einer für alle Stände beherzigenswerten Weisheit und Tugend sah. Der Zyklus Fischen und Fischergespräche und verschiedenes Anderes von Petar Hektorovic aus Hvar ist von ihm sorgfältig gestaltet und selbst zum Druck befördert worden. Denn er hatte eine kulturpolitische Mission, welche den sozialpolitischen Ideen seines Autors entsprach. Dieses schmale Buch von 110 Seiten enthält 16 sehr verschiedenartige Texte. Der längste, Fischen und Fischergespräche, Text 1 der Publikation ist ein Gedicht, in 1684 kroatischen Versen schildert es eine dreitägige Bootsfahrt. Der schon ältere Ich-Erzähler hat sie in Begleitung von zwei Fischern seiner dalmatinischen Heimatinsel Hvar unternommen, teils zur Erholung, teils zum Besuch von Gedächtnisorten, teils auch bloß um zu fischen, im Freien zu essen und mit den Fischern Gespräche zu führen oder deren Liedern zuzuhören. Dieses Gedicht wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts als eine Gründungsurkunde der kroatischen Nationalliteratur gelesen und ist oftmals nachgedruckt, kommentiert und übersetzt worden (vollständig ins Schwedische, Englische, Slowenische und hiermit auch ins Deutsche). Das verschiedene Andere hingegen, im Folgenden als Texte 2 bis 16 bezeichnet, wurde seit der Erstausgabe entweder gar nicht mehr oder nur teilweise oder in einer anderen Reihenfolge unkommentiert ediert, nie übersetzt und selten bearbeitet. Der Grund für diese Außerachtlassung mag gewesen sein, daß Text 1 auch gut für sich alleine stehen kann, während den Texten 2 bis 16 ihre Verschiedenartigkeit hinsichtlich ihrer Länge, Gattung, Entstehungszeit, Sprache, ja Autorschaft geschadet hat. Sie erschienen späteren Generationen als unzugänglich und mehr oder minder vernachlässigbar. Oder hat ihre Hybridität der nationalphilologischen Vereinnahmung widerstanden? Hier werden erstmals seit 450 Jahren alle Texte in ihrer ursprünglichen Reihenfolge und Sprache wiedergegeben. Sie werden zum ersten mal seit ihrem Entstehen übersetzt, kommentiert und miteinander im Kontext gelesen.
- Universität Dubrovnik - 100%