Byzantinische Kleinfunde aus Ephesos
Byzantine Small Finds from Ephesos
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%); Werkstofftechnik (10%)
Keywords
-
Ephesos,
Workshops,
Small Finds,
Jewellery,
Byzantine era,
Technology
Die materielle Kultur der byzantinischen Periode in Ephesos umfasst neben Körper- und Gewandschmuck magische Artefakte und Kleinfunde mit liturgischem Hintergrund, Stempel, medizinische und kosmetische Instrumente, Spielsteine, Waagen und Gewichte, Werkzeuge und Waffen sowie kleinteilige Ausstattungselemente wie diverse Beleuchtungskörper, Schlösser und Schlüssel. Die verwendeten Materialien sind ebenfalls mannigfaltig: Luxusgüter wurden aus Edelmetall und Elfenbein hergestellt, gewöhnlicher Körper- und Gewandschmuck hingegen meist aus Buntmetall und Glas gefertigt. Zu den Luxusgütern aus dem sakralen/kirchlichen Bereich gehören etwa Prozessions- und Vortragekreuze, Räuchergefäße, Polykandela, Ikonen und Votivplättchen. Allerdings ist eine Unterscheidung zwischen profanem und sakralem Gebrauch nicht immer einfach, da Gegenstände mit christlichen Darstellungen und Symbolen nicht per se dem kirchlich/sakralen Bereich zuzuordnen sind. So können beispielsweise die Reliquien- und Anhängerkreuze auch als Ausdruck der eigenen Religiosität und privaten Frömmigkeit gewertet werden. Die ephesischen Kleinfunde, die im Rahmen dieser Studie untersucht wurden, umfassen an die 1100 Artefakte und stammen von unterschiedlichen Fundorten und aus verschiedenen Kontexten (Siedlung und Gräber) in ganz Ephesos und seiner Umgebung. Dank einer Kooperation mit dem Ephesos- Museum Selçuk war es möglich, auch Objekte, deren genaue Provenienz zum Teil unbekannt ist (Streufunde, die von der lokalen Bevölkerung dem Museum übergeben wurden) oder Funde, die aus türkischen Grabungen stammen, einzubinden. Ebenso wurden die byzantinischen Artefakte, die bereits im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert aus Ephesos in das Kunsthistorische Museum nach Wien verbracht worden sind, berücksichtigt. Damit bot sich die einmalige Möglichkeit einer Darstellung des Materials einer gesamten Region. Dies war vor allem hinsichtlich großer Objektgruppen wie beispielsweise den Fingerringe, Gürtelschnallen oder Kreuzen relevant, deren Analysen es ermöglichten, regionale Tendenzen und lokale Vorlieben der Bevölkerung nachzuzeichnen und anderen gut dokumentierten Fundregionen gegenüberzustellen. Erklärtes Ziel dieser Arbeit war die möglichst vollständige Vorlage des Materials einschließlich einer kontextuellen Analyse. Im Zentrum des Interesses stand daher eine ganze Reihe von Detailaspekten, etwa Fragen nach der Herstellungstechnik und der Materialzusammensetzung einzelner Objekte. Aus diesem Grund erfolgte die Untersuchung der byzantinischen Kleinfunde sowohl von archäologischer wie auch von technologischer und materialanalytischer Seite, was eine gesamtheitliche Darstellung des Materials ermöglichen sollte. Durch die Zusammenarbeit mit Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen und deren jeweiligen Methoden sowie verschiedenen Forschungsschwerpunkten (Werkstätten, Technik, Zusammensetzung und Herkunft des Metalls) sollte mit dieser Studie zu einer umfassenden Darstellung von Ephesos in byzantinischer Zeit beigetragen werden.