Tell el_Daba´a XXIV Die Siedlung des späten Mittleren Reiches
Tell el-Da´s XXIV The Late Middle Kingdom Settlement
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (10%); Geschichte, Archäologie (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
-
Ancient Egypt,
Settlements,
Archaeology,
Middle Kingdom,
Material Culture,
Egyptian Nile Delta
Tell el-Dabca XXIV. The Late Middle Kingdom Settlement of Area A/II. A Holistic Study of Non-élite Inhabitants of Tell el-Dabca - Vol. 1. The Archaeological Report, the Excavations from 1966 to 1969. Die vorliegende Arbeit enthält den abschließenden Ausgrabungsbericht von drei Siedlungsphasen in Tell el-Daba, das sich im nordöstlichen Nildelta in Ägypten befindet. Diese Siedlungsphasen bestehen aus einer Reihe von Häusern, die aus Schlammziegeln erbaut wurden und vermutlich von Menschen aus unteren Schichten bewohnt wurden. Dies kann aus der Größe der Häuser und aufgrund der erhaltenen Hausinventare geschlossen werden. Der Bericht rekonstruiert die Lebensumstände von Menschen im marschähnlichen Delta im Norden Ägyptens zur Zeit des späten Mittleren Reiches (ca 1830-1700 BC). Neben der Schlammziegelarchitektur, die typisch für altägyptische Wohnbauten ist, und den Grundrissen der Wohnhäuser wurden typische Installationen wie Rundsilos zur Speicherung von Getreide, Feuerstellen, industrielle Öfen und unregelmäßige Verbindungswege in den Ausgrabungskampagnen von 1966 bis 1969 ans Licht gebracht. Die Wohnhäuser wurden systematisch beschrieben und gemeinsam mit den dort gemachten Funden vorgestellt und analysiert. Zu den Funden gehören Keramik- und Steingefäße, Steingeräte bestehend aus Reibmühlen und Reibsteinen sowie Silexwerkzeuge und eine kleinere Anzahl von anderen Objekttypen wie Figurinen aus Fayence und Hartgesteinobjekte, die auch importiert worden sein müssen, da diese Gesteine im Delta nicht vorkommen. Die Tierknochenanalysen wurden ebenfalls kontextuell mit eingeschlossen, sodaß Information zur Ernährung der Bewohner gegeben werden kann. Importierte Keramikgefäße aus der Levante geben Einblicke in das Warenaustauschnetzwerk mit diesem Gebiet. Obwohl sich organische Materialien wie Holz, Leder und Binsen aufgrund der hohen Feuchtigkeit der Erde nicht erhalten haben, bildet dieses Buch eine reiche Primärquelle zur generell vernachlässigten Siedlungsarchäologie in Ägypten, speziell für das späte Mittlere Reich. Dieses Buch behandelt einen Siedlungstyp, der bisher nicht durch die bekannten Siedlungen abgedeckt ist, nämlich eine unregelmäßige Siedlungsanordnung mit individuellen Häusern, die weder in Größe noch in Grundriß einheitlich sind. Eine solche Anlage, die man als organisch gewachsen bezeichnen könnte, steht in krassem Gegensatz zu den minutiös geplanten orthogonalen Siedlungen, die als typisch für Ägypten bezeichnet werden und die aus Lahun oder den nubischen Forts bekannt sind. Darüber hinaus kann durch die Vorlage von drei aufeinanderfolgenden Siedlungsschichten die Entwicklung dieser Siedlung über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren nachgezeichnet werden. Während die frühesten Siedlungsstrukturen gegen das Ende der 12. Dynastie erbaut wurden und ein Netzwerk von nicht substantiellen Mauern und kleinen Wohnhütten oder Ställen bilden, wurde während der nächsten beiden Phasen die Grundlage für das endgültige Aussehen der Siedlung gelegt. Dabei zeigte sich ein Festhalten an wesentlichen Teilen von Grundgrenzen. Nach dem Ende der letzten Siedlungsschicht im späten Mittleren Reich änderte sich die Funktion des gesamten Areals zu einem sakralen Bereich mit Tempeln und zahlreichen Gräbern.