Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), Heft 35
Regesta of Emperor Frederick III. (1440-1493) vol. 35
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Emperor Frederick III.,
Charters,
Diplomatics,
Austria,
Habsburgs,
Holy Roman Empire
Der vorliegende Band verzeichnet 222 Urkunden und Briefe Kaiser Friedrichs III. (1440- 1493), die im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv in den Beständen Allgemeine Urkundenreihe (AUR), Familienurkunden sowie Urkundenabschriften des 18. und 19. Jahrhunderts überliefert sind und in den Regierungsjahren 14801482 ausgestellt wurden. Zu jeder Urkunde werden eine in der Regel ausführliche Inhaltsangabe, die äußere Beschreibung der Urkunde (wie Hinweise auf Beschreibstoff und Besiegelung), die Angabe des Fundortes (Archiv und Bestand) sowie bei Bedarf eine Kommentierung auf Grundlage des aktuellen Forschungsstandes geboten. Der überwiegende Teil der hier verzeichneten Urkunden und Briefe wird erstmals in den Regesten Kaiser Friedrichs III. publiziert. Da es sich bei dem Wiener Archiv um das so genannte Ausstellerarchiv des Herrschers handelt, richten sich die Urkunden an eine Vielzahl von Adressaten und berühren räumlich wie inhaltlich sowohl verschiedene Regionen des Reiches als auch die habsburgischen Erbländer. Das Ausstellerarchiv bringt zudem die Besonderheit mit sich, dass ein relativ großer Anteil der Inhaltsangaben nicht auf der Grundlage von im Original oder in Kopie vorliegenden Kaiserurkunden angefertigt, sondern anhand von am Herrscherhof eingegangenen Schriftstücken verschiedener Untertanen rekonstruiert wurde. Der politische Hintergrund, vor dem ein Großteil der Urkunden und Briefe ausgestellt wurde, sind die Auseinandersetzungen Friedrichs III. mit dem ungarischen König Matthias Corvinus, ein jahrzehntelanger, phasenweise militärisch ausgetragener Konflikt. Im hier betrachteten Zeitraum entluden sich die Spannungen v. a. im Streit um die Neubesetzung des Salzburger Erzstuhls, der einen der thematischen Schwerpunkte des Heftes bildet. Weitere Urkunden bzw. Urkundenkomplexe bieten Ausschnitte aus politischen Konfliktherden vom Südwesten bis in den Nordosten des Reiches. Dazu zählen Auseinandersetzungen von Konstanz und Tirol/Trient bis Friesland und Riga. Der überwiegende Teil der Urkunden und Briefe hingegen bildet die mehr oder weniger regulären Aktivitäten und Amtshandlungen ab, die Friedrich III. als Landesfürst der von ihm regierten habsburgischen Erbländer, v.a. des Herzogtums Österreich, vollzog. Dazu zählt im Wesentlichen die Gewährung von Begünstigungen, mit denen Friedrich Untertanen Güter, Ämter und Einkünfte übertrug. Die Urkunden spiegeln Besitzstrukturen und soziale Verflechtungen in den Erbländern wider und zeigen nicht zuletzt die Interdependenzen zwischen dem hohen Finanzbedarf des Landesfürsten und Reichsoberhaupts und den damit verbundenen Chancen auf soziale wie politische Integration seiner Geldgeber.
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