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Gaspar van Weerbeke. Ein neuer Blick auf Leben und Werk

Gaspar van Weerbeke: New Perspectives on his Life and Music

Andrea Lindmayr-Brandl (ORCID: 0000-0003-4438-7158)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB604
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 17.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Keywords

    Music History, Gaspar van Weerbeke, Music Analysis, Renaissance music

Abstract

Gaspar van Weerbeke war einer der erfolgreichsten franko-flämischen Musiker in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der prestigeträchtige Positionen an den bedeutendsten Musikinstitutionen seiner Zeit innehatte: am Hof der Sforzas in Mailand, der Burgundischen Hofkapelle und an der päpstlichen Kapelle in Rom. Dass auch seine Kompositionen hochgeschätzt und weit verbreitet waren, erkennt man unter anderem daran, dass er zu jenen Musikern gehörte, die in den frühen italienischen Notendrucken von Ottaviano Petrucci am besten vertreten waren. In manchen zeitgenössischen Dokumenten wird er sogar mit dem wohl größten Komponisten seiner Zeit, Josquin des Prez, auf eine Stufe gestellt. Dass Gaspar trotz dieser hohen Wertschätzung seiner Zeitgenossen bislang keine zentrale Rolle in der Musikgeschichte der Renaissance spielte, liegt vor allem daran, dass man aufgrund des Fehlens einer kritischen Ausgabe die Breite und Qualität seines Schaffens nicht zu überblicken vermochte. Diese Lücke konnte erst vor kurzem geschlossen werden. Durch die nun vorliegende Gesamtausgabe hat sich die Forschungslage grundlegend geändert, und es ist zu hoffen, dass die Zeit vorbei ist, in der Namen wie Heinrich Isaac, Jacob Obrecht und nicht zuletzt Josquin den Komponisten Gaspar van Weerbeke in den Schatten stellen. Der vorliegende Band ist die erste Sammlung von Forschungsarbeiten, die ausschließlich dem Schaffen von Gaspar van Weerbeke gewidmet ist. Er versammelt Beiträge von Spezialisten auf dem Gebiet der Renaissancemusik, die verschiedene Aspekte von Leben und Werk dieses großen Komponisten diskutieren. Biographische Details, die als gesichert galten, werden hinterfragt, neu ausgeleuchtet und mit weiteren Dokumenten ergänzt, so dass sich Gaspars Lebensweg nun differenzierter und komplexer als bisher angenommen darstellt. Studien zur Rezeptionsgeschichte der Werke, Erkenntnisse zu Stil und Kompositionsgeschichte seiner Messen und Motetten sowie Querverbindungen zum Repertoire der Zeit erhellen Gaspars geistliches Schaffen. Mit kritischen Beiträgen zum verhältnismäßig schmalen weltlichen Werk, das vor allem von Problemen der Autorschaft geprägt wird, schließt der Band. 1837 schrieb der französische Musikbiograph François-Joseph Fétis noch aus nationaler Begeisterung, aber ohne genügende Quellenkenntnis, dass Gaspars Stil von dem anderer großer Komponisten seiner Zeit kaum unterscheidbar sei. Zum Glück sind wir heute in der Lage zu erkennen, dass dieses oberflächliche Urteil der Bedeutung Gaspars keineswegs gerecht wird. Der vorliegende Band trägt dazu bei, die Forschung zu diesem Komponisten weiter voranzutreiben und ihm einen angemessenen Platz in der Musikgeschichte zukommen zu lassen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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