Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Geschichte, Archäologie (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
Jews,
Popular Culture,
Vienna,
Music
Abstract
Das Manuskript Juden in der Wiener populären Kultur um 1900 beschäftigt sich mit
ausgewählten Aspekten des jüdischen Engagements in der Unterhaltungskultur. Der
Schwerpunkt wird dabei auf jüdische Volkssänger und Varietés gelegt. Damit wird ein Thema
aufgegriffen, das von der Forschung vernachlässigt worden ist. Sie hat sich bisher
weitgehend auf das jüdische Bürgertum und deren Beitrag zur sogenannten Hochkultur im
Fin-de-Siècle konzentriert. Zur Rolle der Juden in der sogenannten Populärkultur ist bislang
kaum etwas publiziert worden. In diesem Sinne betritt das vorliegende Manuskript ein wenig
erforschtes Gebiet und wartet mit neuen Ergebnissen auf.
Die zentrale Aussage des Manuskriptes lautet, dass die sogenannte Populärkultur in Wien
um 1900 von Juden und Nichtjuden gemeinsam gestaltet wurde. An einer Reihe konkreter
Beispiele wird aufgezeigt, dass die Kooperationen zwischen ihnen mannigfaltig und ihre
Beziehungen auch auf privatem Gebiet sehr eng waren.
Trotzdem gab es auch Antisemitismus. Allerdings scheint er weniger ausgeprägt und radikal
als in anderen gesellschaftlichen Bereichen gewesen zu sein. Jüdische Volkssänger reagierten
auf ihn, indem sie einerseits die Grundlage für eine ethnische und kulturelle Zugehörigkeit
im performativen Engagement anstatt in Herkunft und Abstammung sahen. Andererseits
schrieben sie jüdische Existenz in die Vergangenheit ein.