Johannes Freinsheim: Supplementa in Q. Curtium
Johannes Freinsheim: Supplements in Q. Curtium
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)
Keywords
-
Klassische Philologie,
Römische Literatur,
Neulatein,
Curtius Rufus,
Johannes Freinsheim,
Supplement
Inhalt Das vorliegende Manuskript bietet den lateinischen Text mit deutscher Übersetzung von Jo- hannes Freinsheims Supplementa in Q. Curtium (Ergänzungen zu Q. Curtius, erstmals er- schienen in Straßburg 1639). Bei den Supplementa handelt es sich um Ergänzungen zu der antiken Alexandergeschichte des Q. Curtius Rufus (wahrsch. 1. Jh.): Freinsheim hat alle Textpartien neugeschrieben, die im Zuge der Textüberlieferung verlorengegangen sind, und die Geschichte dadurch wieder auf 10 Bücher vervollständigt. Benutzt hat er dafür 165 Werke von 113 antiken, mittelalterlichen und zeitgenössischen Autoren, die ebenfalls über Alexander den Großen geschrieben haben. Freinsheims Anliegen war es nicht, einen geschichtlichen Bericht nach modernen Maßstäben vorzulegen. Weil Geschichtsschreibung zu dieser Zeit das Ziel hatte, den Men- schen zu verbessern, wollte Freinsheim mit seinem Alexander vor allem einen vorbildlichen Herrscher und Feldherren präsentieren, der die Probleme im zivilen Politikbetrieb und auf dem Schlachtfeld mustergültig zu lösen versteht. Da er diese Botschaft als Protestant aus dem protestantischen Straßburg in die Welt hinaus verbreitete, dürfen die Supplementa als Beitrag zur publizistischen Propaganda des Dreißigjährigen Krieges gewertet werden. Seine ausge- zeichnete Sprachbeherrschung und die gelungene Nachahmung des antiken Autors Curtius Rufus machen die Lektüre aber immer noch zu einem lohnenden Erlebnis. Innovative Aspekte Zwar handelt es sich bei den Supplementa in Q. Curtium um einen der wohl meistgedruckten Texte der neulateinischen Literatur, doch fehlen bis heute eine verlässliche Textausgabe und eine vollständige, moderne Übersetzung. Diesem Manko tritt das vorliegende Manuskript entgegen. Erstmals wird der Text außerdem in den Kontext der zeitgenössischen Wissen- schaftspraxis im Dreißigjährigen Krieg gestellt und Freinsheims Arbeits- und Denkweise durch die rund 1200 einzeln recherchierten Stellenangaben nachvollziehbar gemacht. Sämtli- che 165 (möglicherweise) von ihm benutzten Texte wurden nach modernen und zeitgenössi- schen Editionen identifiziert und mit Onlinezugang verzeichnet, sodass sie jederzeit abrufbar sind.