Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (10%); Kunstwissenschaften (90%)
Keywords
Late Antique Manuscript,
Conservation,
Purple Parchment,
Pigment And Dye Identification,
Silver Ink,
Art Technology
Abstract
Die Wiener Genesis (Österreichische Nationalbibliothek, Codex Theologicus graecus 31) ist
eine fragmentarisch erhaltene griechische Handschrift des Buches Genesis, die mit
Silbertinte auf Purpurpergament geschrieben wurde. Man vermutet, dass das Buch in der
ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts im Nahen Osten entstand. 24 Folios mit 48 Miniaturen sind
erhalten und werden seit 1664 in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt. Die
Wiener Genesis ist berühmt für ihre Bilder, den reichsten erhaltenen Zyklus biblischer
Darstellungen aus der Spätantike. Die starken Schäden an der Silbertinte, die zu großen
Verlusten führten, wurden schon 1664 beobachtet, als die Handschrift in die damalige
Hofbibliothek aufgenommen wurde. In einem dreijährigen Forschungsprojekt, das vom
Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert wurde, wurden das Pergament, die
Silbertinten, die Pigmente und Farbstoffe untersucht. Auf Basis der genauen Materialanalysis
wurde die Handschrift konserviert und ein neues Aufbewahrungssystem entwickelt.
Das Buch beschreibt die verschiedenen Studien des Projekts und die Ergebnisse:
Wie wurde Pergament in der Spätantike hergestellt?
Wie wurde Pergament purpur gefärbt?
Mit welchem Farbstoff wurde die Wiener Genesis purpur gefärbt?
Woraus besteht die Silbertinte und was sind die Ursachen für die starken Schäden?
Welche Pigmente und Farbstoffe verwendeten die Maler?
Wie viele Maler arbeiteten an den 48 Miniaturen?
Wie kann die Wiener Genesis am besten konserviert und für zukünftige Generationen
erhalten werden?
Viele verschiedene Spezialisten schufen die wertvolle Handschrift im 6. Jahrhundert. Viele
Spezialisten untersuchten und konservierten sie im 21. Jahrhundert. Wir wollen unsere
neuen Erkenntnisse über Buchkultur in der Spätantike und ihre Erhaltung mit einer breiten
Öffentlichkeit teilen.