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Empire in Crisis: Gothic Invasions and Roman Historiography

Empire in Crisis: Gothic Invasions and Roman Historiography

Fritz Mitthof (ORCID: 0000-0002-1526-6069)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB673
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 13.200 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)

Keywords

    Roman History, Late Antique History, Classical Philology, Palaeography, Danube and Balkan area, Ancient Historiography

Abstract

Empire in Crisis: Gothic Invasions and Roman Historiography. Beiträge einer internationalen Tagung zu Dexippus Vindobonensis (Wien, 3.6. Mai 2017), hrsg. von Fritz Mitthof, Gunther Martin und Jana Gruskov (TYCHE, Supplementband 12), Wien: Verlag Holzhausen 2019 In einer griechischen Handschrift der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien wurde vor einigen Jahren ein bis dahin unsichtbarer antiker Text entdeckt: Bruchstücke einer Geschichte der Abwehrkämpfe Roms gegen die um die Mitte des 3. Jahrhundert n.Chr. von jenseits der Unteren Donau bzw. aus dem Raum nördlich des Schwarzen Meeres nach Südosteuropa und Kleinasien einfallenden, hauptsächlich gotischen und anderen germanischen Kriegergruppen. Die Fragmente stammen aus den Skythika (Skythengeschichte) des Dexippos, eines zeitgenössischen Historikers von Athen. Der Text war im 11. Jahrhundert kopiert worden, doch wurde er im 13. Jahrhundert abgewaschen und blieb jahrhundertelang unter den darüber geschriebenen christlichen Texten als Palimpsest verborgen. Die in dem Palimpsest erhaltenen Berichte, die erst mit Hilfe spezieller Technik durch Unterstützung des FWF lesbar gemacht wurden, werfen Licht auf eine Zeit, über die verhältnismäßig wenig Quellenmaterial zur Verfügung steht, und sind dadurch umso bedeutender. Nachdem der größte Teil des wiedergewonnenen Textes 20142015 erstmals veröffentlicht worden war, fand im Mai 2017 in Wien eine Tagung unter dem Titel Empire in Crisis: Gothic Invasions and Roman Historiography statt, um die neue historiographische Quelle und deren Auswirkungen für die Forschung zu diskutieren. Der vorliegende Band fasst die Beiträge dieser vom FWF geförderten Tagung zusammen. Er vereinigt Beiträge, die den neuen Text aus althistorischer, klassisch-philologischer, archäologischer, byzantinistischer und mediävistischer Perspektive beleuchten. Im Einleitungsteil finden sich neben der Hinführung ins Thema grundsätzliche paläographische Bemerkung zur Handschrift. Die Key Note Lectures geben einen exemplarischen Einblick in die Spannbreite der betroffenen Forschungsbereiche, indem die Legitimation frühmittelalterlicher Herrschaft und antike historiographische Sinnsuche in den Blick genommen werden. Der Abschnitt Dexipp-Studien befasst sich mit den neuen Erkenntnissen, die die Fragmente für die Arbeit zum Autor und die Geschichtsschreibung des 3. Jahrhunderts allgemein ermöglichen. Der nächste Abschnitt behandelt Probleme des historiographischen Kontexts, unter anderem das Verhältnis Dexipps zur späteren Tradition. Der umfangreichste Abschnitt, Historischer Kontext behandelt vor allem die Barbaren- Einfälle als solche und diskutiert sie mit Blick auf die Erkenntnisse, die die Fragmente liefern. Der Anhang präsentiert u.a. den gegenwärtigen Stand der Textentzifferung und Reproduktionen der Dexipp-Handschrift wie auch eine Bibliographie zu den neuen Fragmenten. Der Band beschäftigt sich mit einem Textneufund von höchster Bedeutung, dessen Relevanz für die Forschung binnen kurzer Frist offensichtlich geworden ist. Er bildet den neuesten Stand zum Thema ab und treibt diese voran. Es werden neue Thesen diskutiert und um einen Konsens bei den zentralen Fragen gerungen. Die einmalige Versammlung von Beiträgen etablierter Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen bringt zudem Synergien zwischen den Einzeldisziplinen, so dass sich beispielsweise das Wechselverhältnisses zwischen dem Wissen um die historische Realität und die literarische Repräsentation der Germaneneinfälle schärfer fassen lässt. Durch die tiefere und genauere Erschließung des Texts eröffnet der Band neue Horizonte und gibt Anregungen für künftige Forschungen.

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